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Ready to fly

Nun liegt das Examen ja schon ein kleine Weilchen zurück und was soll ich sagen, ich vermiss die Lernerei kein bisschen. Ich hab mich natürlich auch gut beschäftigt seither - bloß keine Langeweile aufkommen lassen

Letzte Woche war ich noch im tief verschneiten, bitterkalten Murnau um meine Nase nochmal in eine unfallchirurgische Abteilung zu stecken und es war großartig, eine meiner besseren Ideen. Also werd ich wohl meine Bewerbungen an die Unfallchirurgien dieses Landes richten. Wann? Keine Ahnung, jetzt jedenfalls noch nicht...

Aber was kommt jetzt? Richtig, jetzt lerne ich erstmal fliegen! Wie man Flugzeug fliegt und wie man mit seinen eigenen imaginären Flügeln erstmals fliegt oder mit dem Regenschirm, was halt grad da ist ! Meine große, lange geplante Reise steht an und trotz enormem Aufwand in der Vorbereitung oder gerade deswegen freue ich mich unglaublich darauf. Los gehts in drei Tagen von Frankfurt nach Mumbai. Dauern wird das ganze in etwa ein halbes Jahr, mal sehen wo es mich eventuell doch noch länger festhält...

Und damit ihr, meine Lesergemeinschaft immer mal wieder ein Lebenszeichen erhaltet und wisst, was die kleine Juditha so treibt, schreibe ich diesen Blog. Also fein regelmäßig vorbeischauen!!!

So long, next time from India

Kiss *

1 Kommentar 12.1.09 09:48, kommentieren

First steps, first impressions

Angekommen, auf indischem Boden gelandet. Ein bisschen unsanft und voellig uebermuedet, aber gluecklich. Und was soll ich sagen, mein erster Eindruck vom letzten Mal bestaetigt sich: Indien ist ein Land fuer alle Sinne, ein Land der Farbe und des totalen Chaos - jedenfalls anfangs!

Gestern noch total mit dem Jetlag beschaeftigt hiess das erstmal voellige Reizueberflutung . Heute mit einer Muetze mehr Schlaf ist es Geniessen pur!

Indien, das sind tausend fremde Gerueche - nicht immer angenehm - die sich schleichend veraendern. Es reicht von Gewuerzen  und Essen ueber Meer und Sonne bis hin zu Brackwasser, Staub und Schweiss - ja gut reichen tun die kleinen Inder nicht immer...

Indien, das sind auch tausend Farbe - an der Kleidung, an den Haeusern und Tempeln.

Auch die Ohren kommen hier nicht zu kurz, wobei Bombay meist laut ist mit einer Mischung aus Autolaerm, bestaendigem Hupen und dem Geraeusch von dauern surrenden Ventilatoren.

Und der Gaumen? Der Geschmack? Der kommt am wenisgten zu kurz. Es faengt bereits beim Fruehstueck an, das wenn man moechte aus  Linsen mit Roti und Ei besteht. Wir haben zwar noch keinen Tchai getrunken, der so gut war wie meiner, aber ime Essen uebertrifft mich leider auch die hinterste Spelunkenkueche!

Also ihr seht, es geht mir gut! Morgen abend werden wir Bombay verlassen und mit dem Zug nach Goa fahren und dann mal ein paar Tage Strandurlaub geniessen. Dann gibts hoffentlich auch erste Fotos.

 

So long, Kisses for all *** 

 

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1 Kommentar 17.1.09 09:51, kommentieren

Die Ananas-Infektion

Erstmal ein kleine Bombaynachtrag, bevor ich zu seltsamen Krankheiten komme.

Bombay ist eine Stadt der voelligen Extreme. Extrem gross, extrem laut, extrem schmutzig aber auch extrem lebendig, extrem spannend, extrem....

Sicher ist es nicht einfach Indien sofort zu moegen, wenn man zunaechst nur Bombay sieht, aber es Indien ist mehr als Bobmay und auch die heimliche Hauptstadt hat ihren Charme. So fand am Sonntag zum Beispiel ein grosser Charity-Marathon statt, die halbe Stadt war gesperrt und somit sehr ruhig und auch die groessten Skeptiker konnten Bombay mal - in aller Ruhe - geniessen. Auch der Ausflug nach Malabar Hill mit dem stadteigenen Park sicher lohnenswert. Ausserdem kann man Stadt und Strand so auch mal im Panorama geniessen. Sightseeing geht natuerlich auch immer, wobei man in Bobmay als Tourist oft sehr belagert ist. Wem das nichts ausmacht ist hier sicher genau richtig!

Gestern haben wir uns dann an unsere erste Zugfahrt rangetraut. Carsten und ich gezwungenermassen in der dritten Klasse - das ist heir schon eher Luxus -  und Claire und Eric in der 5. Klasse. Leider waren nicht mehr genug Tickets fuer alle in einer Klasse, daher der Luxus. Aber vielleicht wars auch ganz gut beim ersten Mal so zu reisen...

 So sind wir heute Mittag also nach ein paar sehr erlebnisreichen, aber auch kraeftezehrenden Tagen in Bombay sind wir heute in Arambol/Goa angekommen. Oder genauer gesagt im Paradies -  oder so. Bambushuette dierkt am Strand, Meer soviel man will, frisches Obst, gutes Essen und Ananas...

Wie sich der ein oder andere sich vielleicht erinner sollte es zu meinen ersten Amtshandlungen gehoeren firschen Ananassaft zu trinken am Strand. Das merkwuerdige daran ist, dass ich die anderen offenbar mit dieser Passion angesteckt angesteckt habe. Ein typischer Fall von Ananasinfektion also! Das Zeug wird aus frischer Ananas gemacht, enthaelt sonst nichts und ist einfach teuflich lecker. Tja, ich wuerd euch ja was rueberschicken, aber geht leide nicht ;-) So muesst ihr mir einfach glauben, dass es nah an Necktar und Ambrosia rankommt!

Jetzt heisst es fuer uns erstmal ein paar Tage hier ausspannen und Kraefte tanken bevor es weiter geht auf getrennten Wegen. Claire und Eric werden nach Sueden weiterreisen, Carsten und ich ins Landesinnere nach Hampi und Hyderabad. So jedenfalls der Plan bisher.

Bis dahin geniesse ich das Leben in vollen Zuegen, mach noch ein paar Bilder, die ich dann hoffentlich beim naechsten Mal hochladen kann.

Bis dahin seid alle schoen brav, fleissig und geschaeftig und denkt an die kleine Juditha Pims...

***

Blick aus unsere Huette:

Ananassaft:

Sonnenuntergang:

 

2 Kommentare 19.1.09 13:55, kommentieren

Portugal in Indien

Gestern haben wir unser kleines Paradies an der Kueste Nord-Goas verlassen und sind nach Sueden weiter gezogen. Genauer gesagt nach Panaji, die Hauptstadt. Das taeuscht allerdings, denn die Stadt ist nicht groesser als Waldshut (fuer alle die es nicht wissen, meine Heimatstadt). Aber schoen ist sie, portugiesisch gepraegt. Man hat das Gefuehl an manchen Orten in Andalusien oder Portugal zu sein. Kolonialbauten, fuer indische Verhaeltnisse auch sehr gut erhalten, kleine Gaesschen mit Pflanzen und ueberall blau-weisse Azulejos. Das sind kleine Kacheln, auf denen die Strassennamen und Haeusernamen stehen - Endlich mal eine Stadt in der man sich einfach orientieren kann!

 Und daher ziehen wir nach einer schnellen Dusche auch los, erstmal Busbahnhof unsere Tickets fuer die Weiterfahrt organisiern. Das ist hier naemlich nicht ganz einfach - Busse sind immer voll, Privatbussunternehmen teuer und an Zuege ist ueberhaupt nicht zu denken ohne eine Vorausbuchung von mindestens 5 Tagen... Aber wir bekommen alle den Bus den wir wollen und machen uns auf den Weg in die Stadt. Der Altstadtbummel eruebrigt sich hier recht schnell, da hier typisch portugisich Siesta gehalten wird. Also machen wir das geliche und essen da, wo die Inder essen. Das ist eine der wichtigeren Lektionen die wir gelernt haben - immer alles nachmachen, dann kann eigentlich nichts schief laufen. Und wir haben fantastisch gegessen!!!

Danach erkunden wir die Hauptstrasse, die aber nicht laenger ist als die Kaiserstrasse oder fuer alle nicht Waldshuter, so lang wie die halben Planken... Aber wir finden einen richtigen Supermarkt und eine richtige Apotheke. Es hat sioch viel veraendert in den letzten vier Jahren...

 Sightseeing durch die Stadt ist unglaublich anstrengend - es ist moerderisch war, anglaublich feucht und es geht immer den Berg rauf - gefuehlt Aber wir sehen und die Stadtkirche, den Bischofs Palast und einen Haruman-Tempel an (Haruman ist der Affengott).

Gestern dann gabs einen Tagesausflug nach Old Goa, der urspruenglichen Hauptstadt, die irgendwann mal audgesehen haben muss wie Lissabon - davon ist nichts uebrig, ausser geschaetzt 500 riesigen Kirchen. Jetzt wissen ja alle, dass ich manchmal gerne uebertreibe, aber 400 waren es bestimmt

Die erste die wir anschauen ist die Basilica of Bom Jesus, die die sterblichen Ueberreste des hl. Franz Xaver enthaelt - der Leichnahm der nie verwest. Und fuer alle Kollegianer unter meinen geneigten Leser, Franz Xaver war ein Schueler von Ignatius von Loyola.

Die zweite Kirche ist die Kathedrale der hl. Katharina von Alexandria - viel Gold, wenig mein Geschmack.

Die dritte Kirche ist dem hl. Franz von Assisi geweiht, quasi mein Lieblingskatholik, wenns sowas gibt   Und was soll icch sagen, die Kirche gefaellt mir auch. Schlicht, viel Holz und Schnitzerei, wenig Gold, wenig Pomp.

Alle anderen 397 Kirchen spar ich euch jetzt, sind auch nicht so erwaehnenswert. Das wars auch was es von Old Goa zu berichten gibt. Den Rest des Tages haben wir mit Warten zu gebracht, weils leider nix anzuschauen gab und wir auch kein Hotelzimmer mehr hatten und unsere Busse erst abends gingen.

Claire und Eric sind gerstern abend dann nach Sueden weiter gefahren, nach Ernakulam/Kochin, Carsten und Ich nach Osten, nach Hampi. 

Aber das meine Freunde, ist eine andere Geschichte.

Love you all, **

 

1 Kommentar 24.1.09 11:57, kommentieren

Surprisingly still alive

Ja die Busfahrt nach Hampi. Das war so ne Sache. Da haben ganz viele Sachen neue Dimensionen erhalten.

Bequem zum Beispiel. Wenn man elf Stunden auf einem plastikueberzogenen Holzsitz zubringt, die Knie kaum im Fussraum unterbiringt, der eingeengt ist von Eisenstangen und den Hals in staendiger Ueberstreckung in der Hoffnung ihn irgendwo anzulehnen, ja da denkt man an so manche harte Schlafunterlage oder unbequemen Gartenstuhl sehnsuechtig zurueck!

Befahrbare Strasse, das Wort erhaelt auch eine Bedeutungserweiterung. Schlagloecher sind ja das eine, aber wenn man sich Schalgloecher zureuckwuenscht, weil der alte klapprige Bus mit Vollgas ueber unbefestigte Schotterstrasse faehrt, umgeben von einer Triade an ebenso klapprigen LKWs zu allen Seiten, die kaum nebeneinander auf die Strasse passen, und das natruerlich mitten im Nirgendwo umgeben von Baeumen, dann hat man schon mal Angst um das eigene Leben. Auch wenn ja offensichtlich so selten was passiert, dass alle Inder um uns rum friedlich schlafen. Strasse kann also auch Trampelpfad sein...

Aber um die Brightside of Life hier mal wieder einzurbringen, auf deiser Busfahrt hatten wir eine der nettsesten Unterhaltungen mit einer indischen Familie. Das die Inder fotogeil sind, das wusste ich vorher schon, und das sie neugierig sein koennen auch. Aber das war lustig. Es faengt an mit so einfachen Fragen wie Where do you come from? oder Whats your name? aber diesmal gings weiter, so dass auch die Familie anfing von sich zu erzaehlen. Da kann man dann auch schonmal die ein oder andere nuetzliche Information rausholen *hihi*

Nein, alles in allem war die Busfahrt unglaublich anstrengend, unbequem und nicht unbedingt wiederholenswert, aber dafuer hat sie uns guenstig von A nach B gebracht!

Und B, das ist Hampi, dazu mehr beim naechsten mal.

Kiss *

1 Kommentar 27.1.09 08:10, kommentieren

Welcome to the jungle

Ankommen in Hampi, das ist ein bisschen wie ankommen in Disneys Dschungelbuch ( immerhin wird Hampi auch die Affenstadt genant).


Oder auf einem arabischen Bazar, ich bin mir nicht sicher.

Hampi, das ist eigentlich eine alte Tempelstadt mitten im Dschungel, mit einigen Haeusern um den Haupttempel herum gruppiert. Auf der einzigen Strasse die zu den Hausern und zum Tempel fuehrt geht es zu wie im Taubenschlag. Unbehelligt da hindurch kommt niemand, schon gar nicht mit Rucksaecken und auf der Suche nach einer Unterkunft. Links und rechts ist die Strasse gesaeumt mit Staenden, die hauptsaechlich Touristensachen - Hippiekleider, Schmuck etc. - und Essen verkaufen. Auf der Strasse will einem jeder zweite irgendetwas anderes verkaufen, Postkarten, Karten der Tempelanlage, den Weg zum besten Hostel der Stadt. Die andere Haelfte, die einen in Ruhe laesst sind Touristen. Noch nie hab ich eine Stadt in Indien so voller Touristen gesehen - sowohl auslaendische als auch indische!

Dank unseres Lonely Planet finden wir unser Hostel ganz ohne fremde Hilfe, einfache Zimmer, Gemeinschaftsdusche und -klo - laesst ein bisschen Campinggefuehl aufkommen, herrlich! Das Schoenste ist aber der Innenhof um den sich die Zimmer rum gruppieren. Eine Hollywoodschaukel unter dem Baum, eine grosse Dachterasse und unglaublich viel Ruhe!

Die Tage in Hampi sind angefuellt mit Tempel-Sightseeing, viel Schwitzen und immer wieder Auszeitmomenten mit Chai oder Pineapple-Juice. Trotz der grossen Touristenmenge ergeben sich immer wieder interessant Gespraeche mit Inder, leider auch manche unschoene Erlebnisse mit aufdringlichen Leuten.

Auch meine erste aerztliche Konsultation bring ich hier hinter mich

Insgesammt ist Hampi ein schoener und interessanter Ort um ein bisschen Zeit zu vertroedeln, zu lesen, zu zeichnen und einfach die Seele baumeln zu lassen.

Um aber wieder ein bisschen mehr Action in die Reisetage zu bringen fahren wir heute abend nach Hyderabad, die zweitgroesste Cybercity in Indien, nach Bangalore. Allerdings mit mehr Geschichte zum anschauen und erleben. Und wieder fahren wir mit dem Bus, allerdings diesmal kein State Bus sonder ein Private Bus.

Bis zum naechsten mal fuehlt euch alle gedrueckt, fuellt endlich mal mein Gaestebuch und denkt ab und an an mich

**

Und sein Ganesh mit euch


2 Kommentare 27.1.09 08:12, kommentieren