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HighTec-City

Hyderabad, auch HighTec-City genannt, unsere naechste Station. Nach langer unbequemer Busfahrt - wenn auch nich so schlimm wie die letzte - kommen wir ziemlich muede und verknittert fruehmorgends an. Mit Sack und Pack und neuer Reisegefaehrtin - Fey aus China - machen wir uns zu Fuss auf den Weg in die Innenstadt und auf die Suche nach einem Hotel. Begleitet werden wir dabei von immer mindestens einem Rickshaw-Fahrer, der hartnaeckig versucht uns in ein bestimmtes Hotel zu bringen. Auch bestimmte Freundlichkeit hilft hier nichts, geschweigen denn Unfreundlichkeit. Hartnaeckiges Ignorieren ist aber ganz schoen anstrengend...

Aber erfolgreich finden wir in Hotel Nummer 127 endlich das letzte freie Zimmer der Stadt und einigermassen erschoepft sinken wir in die Betten. Nach einer erfrischenden Dusche aus drei Wasserstrahlen gehts uns aber allen deutlich besser und Carsten und ich wackeln aum Bahnhof um unsere Zugtickets zu buchen. Ich weiss nicht, ob ich das schonmal erzaehlt hab, aber Zugtickets in Indien zu buchenist nicht ganz einfach: Zuerst muss man immer erstmal ein Formblatt ausfuellen. Wer will von wo nach wo und wann und in welcher Klasse und und und. Dann muss man noch rausfinden, welcher Zug ueberhaupt auf der Strecke fahert. Das ist einigermassen einfach, wenn man von der ersten bist zur letzten Haltestelle will, aber wenn man unterwegs zu- oder aussteigen will, ist das schwieriger. Und Englisch ist hier leider auch nicht immer aussreichend, dass man fragen koennte. Aber wir sind erfolgreich - natuerlich, frei nach dem Motto wo wir sind ist oben

Hyderabad ist eine andere Stadt. Anders als das, was wir bisher gesehen haben. Modern, relativ sauber, relativ unchaotisch. Es gibt hier geschaetzt mehr Muslime als Hindus, so dass man viele Frauen in Burkas sieht.

The bright side for us: Es gibt Basare! Mit jeder Menge Gruschtelkram, aber auch toller Schmuck, hier vor allem Perlen, tolle Stoffe und und und. Es gibt mehr zu sehen, als man vertragen kann!

Ausserdem gibt es viele Moscheen und Hyderabads Wahrzeichen, der Charminar beherbergt eine solche. Das bloede daran ist, dass ich da nicht rein darf, grrrrr.

 

Ein weiteres Erbe der grossen muslimischen Vergangenheit ist das grosse Fort Golcanda und die Graeber oder vielmehr Mausoleen der vergangenen Koenige und Koeniginnen. Eine halbe Ewigkeit kann man in diesen alten Gemaeuern herumkraxeln - oder auch die Treppe nehemn, pfui wie konventionell - und in der Vergangenheit stoebern. Oder einfach nur im Schatten der alten Gemaeuer ein kleines Weilchen sitzen und die Seele baumeln lassen.

 

Das zweite, was ich an Hyderabad so mag sind die Leute hier! Nicht unbedingt die, fuer die wir eine Attraktion darstellen, die unbedingt ein Foto von oder mit uns, gefragt oder ungefragt wollen,


sondern die, die uns den Weg weisen, ohne Bakshish zu verlangen, die, die sich mit uns unterhalten wollen, einfach aus Interesse oder uns willkommen heissen in ihrem Land. So zum Beispiel Mahendar und Madhuri, ein indisches Nicht-Paerchen-Paerchen, die sich nach einer kurzen Unterhaltung beriet erklaeren und einen der schoensten Tempel der Stadt zu zeigen. Sie erklaeren uns viel ueber indische Kultur und Religion, auch wenn wir natuerlich nur die Haelfte davon verstehen, und als Bonus sozusagen bekommen wir noch einen herrlichen Ueberblick ueber die ganze Stadt. Und ich kaufe endlich meine ersten indischen Accessoires und Kleider - lasst euch ueberraschen... Als naechstes gehts mal an die Ostkueste, in den Bundesstaat Orissa. 24h Zugfahren, nette Leute treffen


und endlich mal wieder ein richtig cooles Hostel. Davon beim naechstenmal mehr. Kiss Kiss

1 Kommentar 1.2.09 12:35, kommentieren

Und irgendwann holt es wohl jeden ein...

Orissa, oder vielmehr Puri ist eine konstante Ueberraschung fuer mich. Angekommen wollte ich eingentlich gleich wieder weg. Es war staubig, unglaublich schwuehl und heiss. Der Ort schien nur aus einer ewigen Landstrasse zu bestehen mit ein paar klapprigen Laeden zu beiden Strassenseiten. Unser Hostel war angkuendigt als ehemalige Mahardsha-Residenz, sah aber auf den ersten Blick mehr wie die Dienstbotenunterkunft aus. Und dann meinte der Besitzer noch, wir koennten nur eine Nacht bleiben, nicht wie vereinbart drei.

Dann die Ueberraschung Nummer eins. Die Zimmer sind riesig, die Decken hoch, die Betten bequem und - warmes Wasser und guter Wasserdruck in der Dusche! Das Hostel entpuppt sich als coole Backpacker-Bleibe, wo wir ziemlich viele interessante Leute treffen. Eine Schweizerin, die mit ihrem Motorrad seit zwei Jahren unterwegs ist, ein haengengebliebener Australier, der viele Geschichten zu erzaehlen hat, ein paar Voluntaere... Jeder hat seine eigene Story, jeder einen anderen Grund hier zu sein.

Der Strand hier ist leider auch eine Ueberraschung, allerding keine schoene. Im Bereich des Fischerdorfes voller Exkremente - tierischer, sowie menschlicher - im Bereich der Hotels stinkende Abwasserfluesse, und im sauberen Bereich alles voller Inder - was per se ja nicht schlecht ist, aber eben voll!

 


An Tag zwei hier die naechste Ueberraschung. Wir finden heraus, das Puri doch nicht nur die staubige Strass ist. Im Gegenteil, um den riesigen Tempel herum (den wir leider nicht besichtigen duerfen)  ist Puri einen brummenden, lebendige, typisch indische Kleinstadt. Es ist hektisch und doch ruhig, es ist dreckig und chaotisch und doch geordnet. 

Tag drei Ueberraschung Nummer drei. Wir haben eine Tour gebucht zum Chilika-Lake, Indiens groesster Salzwassersee, und was soll ich sagen, ich hab zum ersten Mal in meinem Leben wilde Delphin gesehen - und nein Bruderherz, ich hab keine Beweisfotos, die Dinger sind einfach zu schnell fuer mich...


Aber es ist ein wunderschoener Tag draussen auf dem Wasser, ruhig, kuehl, beschaulich. Und wie es wohl mit dem Ausgeich des Karmas wohl so ist, irgendwann holt es jeden ein. Ich hab so viel tolle Sachen bis hierhin erlebt, soviel Glueck gehabt, dass Shivas Rache auch mich irgendwann ueberkommen musste, tja...

Nach einem Tag Bett und Fieber und BAuchweh bin ich aber wieder fit und wir fahren nach Konark um den Sonnentempel dort anzuschauen. Das hoert sich jetzt weniger interessant an als es war. Denn statt mal wieder irgendein verfallener Tempel ist Konark erstens recht gut erhalten, zweitens eine unvorstellbare Masse an Details in den verzierten Gemaeuern und aussedem der beruehmteste Kamasutratempel in Indien... (ja kleiner Kai, ich hab dir Bilder und Anschuungsmaterial mitgebracht, aber das ist nichts fuer die breite Masse)

Morgen ziehen wir weiter, Bhubaneswar, die Hauptstadt von Orissa ist das Ziel und damit auch unsere erste Safari, mal sehen.

Bis zum naechsten mal, bleibt huebsch ordentlich und fromm und tut nichts, was ich nicht auch tun wuerde

2 Kommentare 4.2.09 13:04, kommentieren

Repariert

Fuer alle meine lieben Feedbacker, das Problem mit weiss auf weiss ist behoben, hat zwar was laenger gedauert, aber ihr koennt ja Snickers essen

Hier alles bene, Vhubaneswar nicht der Renner, morgen erstmal nach Bombay zurueck Papi treffen. Danach gibts dann wieder neues von meinen Abenteuern!!

 Kiss *

5 Kommentare 6.2.09 15:18, kommentieren

Bombay Klappe die Zweite

Zurueck in Bombay haben wir das Gefuehl eine neue Stadt vorzufinden. Liegt es daran, dass wir uns schon ein bisschen an Indien, das Chaos und den Dreck gewoehnt haben, oder ist es wirklich besser als vor drei Wochen? Ich weiss es nicht... Jedenfalls geniessen wir nach den schrecklichen Tagen in Bhubaneswar die Grossstadt undfeiern unsere Rueckkehr mit Bier, Burgern und Fritten - ja man kann dem tollen Essen hier manchmal ueberdruessig werden.

Tag zwei hier beginnt mit Papi und Ingrid, die wir spaet abends noch vom Flughafen abgeholt haben. Chai auf der Strasse, Samosas direkt aus dem Wog. Alle Sightseeings Bombays - wir muessen der Bombay-Virgin Ingrid ja eein bisschen die Stadt zeigen - scheinen sich fuer uns fotofein gemacht zu haben.

Das Taj Mahal 

das Gateway of India

Victoria Trainstation

Crowford Market....

Aber auch wir alte Hasen, mein Vater inklusive entdecken hier noch ganz neue Dinge, zum Beispiel den riesigen Bazaar im muslimischen Viertel. Es gibt wieder so viel zu sehen...

Leider holt Shivas Rache mich ein zweites mal ein, so dass der Rest des Abends eher unerfreulich verlaeuft. Hm, doof, doof, Doo-ho-hof!

Morgen gehts nach Aurangabad, Ajanta und Ellora Tempel besichtigen.

Till then *

1 Kommentar 12.2.09 14:30, kommentieren

Von Hoehlen und anderen Bauten

Aurangabad ist eine kleine Stadt noerdlich von Bombay. Eigentlich ist sie nur unser Ausgangspunkt zu den Hoehlentempeln von Ajanta und Ellora.

Aber auch hier gits ein paar Sachen zu sehen. Aurangabad hat wahlweise eigene buddhistische Tempel. Das sind richtige Tempel, die in den Fels geschlagen wurden. Nicht gebaut oder dazugefuegt, was mal weggeschlagen war, war nicht mehr zu ersetzen. Soll heissen, dass das Ganze ziemlich beeindruckend ist, wenn man durch eine verzierte Saeulenhalle mit kleinen Wandschreinen laeuft um am Ende im Hauptschrein eine riesige Buddha-Statue zu finden.


 

Ausserdem steht in Aurangabad eine Miniaturversion des Taj Mahals. Lustige Anekdote: Der Erbauer des Taj Mahals wurde von seinem Sohn wegen Verschwendungssucht abgesetzt nach dem Bau des Taj und eben dieser Sohn baute spaeter fuer seine Mutter die Bibi-Ka-Makbara. Wer hat der kann, oder wie war das?


Aber wie gesagt, der eigentliche Grund hierher zu kommen sind die Hoehlentempel in Ajanta und Ellora. Gebaut im 2.-6. Jhdt. n. Chr. sind diese riesigen Anlagen schlicht ueberwaeltigend.

In einem Halbrund angeordnet sind zich Hoehlen in den nackten Fels geschlagen. Manche ganz einfach, Kornspeicher oder ausladende Versammlungshallen, manche sind kunstvoll gearbeitete Schreine, mit grossen Saeulenvorhoefen oder Decken- und Wandgemaelden von einer Praezision und Akkuranz, die selbst Rafael oder Leonardo haetten blass werden lassen.

Ajanta ist insgesamt recht touristisch aufgebaut und es sind ziemlich viele Leute hier unterwegs.


Dafuer sind die Hoehlen hervorragend ausgeleuchtet, wohingegen man in Ellora schon das ein oder andere Mal eine Taschenlampe braucht um die Kunstvoll gearbeiteten Wandreliefs zu sehen. Dafuer beherbergt Ellora mehr Fledermaeuse als Menschen, was mir persoenlich bedeutend lieber ist

Was Ellora eindeutig zum Highlight macht ist der Kailash-Tempel. Dieser Tempel ist eine Nachbildung des Berges Kailash, Shivas Wohnsitz im Himalaya. 200 000 t Stein mussten dafuer aus dem Fels geschlagen werden. Es ist somit ein freistehender Tempel, umgeben von einer Gallerie mit Schreinen, zwei riesigen Sauelen und Elefantenstatuen in Massen. Alles aus einem Felsblock. Das Ding ist so gross, dass es nicht auf ein Foto drauf passt. Fuer die Zahlenfreaks unter euch: doppelte Flaeche des Parthenon in Athen und anderthalbmal so hoch.

Die Tage hier hab ich natuerlich doppelt genossen durch die Begleitung von zu Hause und es stimmt mich ein bisschen wehmuetig Papi und Ingrid schon nach vier Tagen wieder zu verabschieden, und dismal fuer fuenf Monate. Aber es warten ja neue Abenteuer auf mich

Insofern bis zum naechsten mal, **

 

1 Kommentar 12.2.09 14:50, kommentieren

Planaenderung

Mal wieder muessen wir eine kleine Aenderung im Reiseplan vornehmen. Leider gibts naemlich keinen Zug von Aurangabad nach Udaipur oder zumindest nicht ohen groessere Umwege und Gefaehrtwechsel.

Also kurzentschlossen haben wir einen Flug nach Delhi gebucht. Das Schlecht daran: Teuer, Air India und nicht was ich eigentlich will. Da Gute: Wir treffen Claire und Eric da!!!

Mit ordentlich Verspaetung kommen wir mitten in der Nacht in Delhi an , und glaubt mir, das ist auch mit Pre-Paid Taxi kein grosser Spass. Aber wir finden  das Hotel (von dem ich euch bald auch Fotos reinstelle) und die zwei Anderen, die sich mittelrweile ziemlich Sorgen gemacht hatten. Aber alles paletti, Zimmer erstaunlich gut!

Da wir nur einen Tag in Delhi waren, erzaehl ich ueber die Stadt an anderer Stelle. Gestern snd wir naemlich direkt nach Jaipur weiter gereist, bleiben hier drei Tage bevor wir in den nahegelgenen Nationalpark Rathambore fahren - so ein bisschen Safari muss auch mal sein ( und dank grosszuegiger Onkel-Tanten-Unterstuetzung auch moeglich, danke ihr Zwei!!)

Was ich also sagen will, Planaenderung zwar nicht das was ich eigentlich wollte, aber auf seine Weise jetzt super! Und die Vierertruppe ist grad auch ganz gut!

Einen dicken Kuss an alle daheimgebliebenen, die einen moechten, bis bald *

3 Kommentare 14.2.09 13:05, kommentieren

Jaipur - Ranthambore - Agra

Nach langer Abwesenheit kommt jetzt mal wieder ein etwas laengerer Eintrag ueber die letzten zehn Tag. urze Erinnerung, wir waren nach kurzentschlossener Planaenderung ja nach Delhi gefahren und haben da Claire und Eric wieder getroffen. Nach eintaegigem Aufenthalt gings dann erstmal nach Jaipur. Jaipur war in meiner Reiseplanung von Deutschland aus einer der wichtigsten Punkte. Die Stadt wurde von Maharaja Jai Singh gegründet nachdem ihm sein altes Zuhause auf Amber Fort zu langweilig geworden war. Und weil er grade so schoen am bauen und werkeln war hat er die Gebaeude der Altstadt auch noch rosa angemalt, deshalb wird Jaipur auch Pink City genannt. Rosarot ist Rajasthans traditionelle Farbe der Gastlichkeit, damit sollten die Englaender willkommen geheissen werden. Nett, ne?!

So, da kamen wir also mit dem Bus an. Und nachdem wir uns erfolgreich durch eine Reihe Schlepper durchgekaempft hatten ging das mit dem Hotel alles reibungslos. Schoenes Hotel, grosses Zimmer, warmes Wasser, weiche Betten und als Kroenung einen Duschvorhang! Auf den diversen Terassen jede Menge Pflanzen, eine richtige kleine Oase! Tag eins beihaltete einen schoenen Rundgang durch die Altstadt, eben jene Pink City. Zu sehen gibts hier ausser rosa Gebaeuden jede Menge. Angefangen von lauter kleinen Shops, die von Kleidern ueber Medikamente und Kosmemtika bis hin zu Seil und Kurzwaren alles haben - in jeder Strasse ein Spezialgebiet.

 

Sehenswuerdigkeiten gibts natuerlich nicht zu knapp. Das berühmteste Wahrzeichen von Jaipur ist der Hawa Mahal oder auch Palast der Winde genannt.

Als Teil des Stadtpalastes diente der Hawa Mahal den zahlreichen Damen des Harems, die sich nicht unter das einfache Volk begeben durften, als Beobachtungsposten. Den Stadtpalast selber schenken wir uns auf Grund des horrenden Eintrittspreises und zu Gunsten einer Fuehrung durch das Observatorium Jantar Mantar. Das Jantar Mantar ist eines von fünf historischen astronomischen Sternwarten, die Maharaja Jai Singh so um 1750 rum erbauen lies. Die futuristisch anmutenden Bauten - der Lonely Planet beschreibt sie als Alice im Wunderland - Gebaeude - dienen unter anderem der Messung der Zeit, der Voraussage von Eklipsen, der Beobachtung der Planetenbahnen, der Bestimmung von astronomischer Höhe und Deklination.Das größte Bauwerk ist das Samrat Jantar, eine Sonnenuhr mit einer Höhe von 30m (die groesste Sonnenuhr der Welt), die auf erstaunliche zwei Sekunden genau geht. Es ist ziemlich beeindruckend alles, vorallem wenn man die Erbauungszeit betrachtet.

Tag zwei fuehrt uns zunaechst zum Galta Tempel. Der Temepl ist fuer zwei Sachen beruehmt: Zum Einen fuer die Unmengen an Affen die hier herumstolpern und zum Anderen fuer die Pilger, die hierher kommen um zu baden.

Weiter gehts zum Amber Fort, jenen verlassen Wohnsitz des Maharja Jai Singh. Anmutig liegt es auf einem Huegel ausserhalb der Stadt, golden glaenzt es in der Sonne. Die Palastanlage ist leider nicht sehr gut erhalten, aber die Aussicht von hier oben ist wunder schoen!

Der naechste Tag fuehrt uns bereits wieder raus aus Jaipur, rein in den Dschungel. Wir fahren mit dem Zug nach Sawai Madhopur bzw. zum Ranthambore Nationalpark. Unser Hotel da ist ganz gut, leider ein bisschen steril, unpersoenlich, dafuer aber mit Garten. Leider koennen wir am ersten Tag nicht mehr viel machen, so dass wir uns nach einer kleinen Erkundungstour durch den Ort mit Lesen und faulenzen abgeben muessen. Es ist so hart auf Reisen zu sein manchmal Am naechsten morgen stehen die Jungs heroisch um viertel vor fuenf morgens auf um uns die erste Safari fuer halb sieben am gleichen Tag zu sichern. Alles klappt und der Jeep dampft puenktlich los, immer in Richtung Dschungel. Wir frieren ziemlich, trotz Softshell und Fleece, aber wir werden mit einer herrlichen Lanfschaft belohnt. Absurde Felsformationen die in der aufgehenden Sonne staendig ihr Farbe wechseln, ein altes Fort, das rot gleisst, unwirkliche Pflanzenkonstrukte, Banja-Baeume die sich selbst zu erneuern scheinen. Pfauen stolzieren anmutig durchs Unterholz, Affen springen von Baum zu Baum, Rehe und elchartige Vierbeiner beaeugen uns mistrauisch.

Wer sich allerdings nicht zeigt an diesem Morgen ist der ersehnte Tiger. So fahren wir erfuellt von vielen Eindruecken und voellig durch gefrohren zurueck in der Hoffnung, das naechste mal einen Blick auf Shir Khans Nachfahren zu erhaschen. An Tag zwei buchen wir unsere Safari fuer den Nachmittag - dann uss keiner so frueh aufstehen und wir frieren nicht wieder so! Und nach hartnaeckigem immer wieder Nachfragen kommen wir auch in den Sektor, in dem angeblich morgens zwei Tiger gesichtet worden waren. Mit kundigem Guide und waghalsigem Fahrer gehts los. Wieder sind wir allein von der Landschaft um uns herum begeistert. Diesmal bekommen wir auch noch ein paar Krokodile zu sehen und viele Wasservoegel - Eisvogel eingschlossen (und ja Bruderherz, diesmal gibts Beweisfotos!).

Nur der Tiger scheint uns wieder zu entgehen... Kurz vor Ende der Safari faehrt uns Fahrer aber beherzt noch ein Stueck in den benachbarten Sektor, und als eigentlich alle die Hoffnung schon aufgegeben hatten zeigt sich Shir Khans Enkelin. Mitten auf der Strasse trottet sie genau vor uns her, 10 m vielleicht von uns weg. Und wir natuerlich voellig aus dem Haeuschen und der Tiger voellig unbeeindruckt von Mensch und Jeep. Als das Tier im Dickicht verschwindet denken wir, das wars, da startet unser Fahrer eine HAlsbrecherische Tour auf einem Trampelpfad hinauf zu einem kleinen Plateua und da praesentiert sich der Tiger nochmal in voller Schoenheit. Im Lich der untergehenden Sonne glaenzt sein Fell in tiefem dunklen fast orangenem Fell, anmutig bekommt eine neue edeutung, ebenso Freiheit und Unbaendigkeit. Goresse und Majestaet sind die Wort um dieses Tier in Freiheit zu beschreiben!

Erfuellt von diesen Eindruecken fahren wir zurueck, es wird uns lange beschaeftigen! Die naechste Station auf dem Programm ist Agra. Da wir an einem Freitag ankommen, ist der Taj Mahal leider geschlossen (so wegen Moschee und so). So steht heute nur das Fort in Agra auf dem Programm, was an sich aber schon einige Zeit in Anspruch nimmt. Die riesige Anlage ist mehr oder weniger komplett aus rotem Sandstein erbaut und beinhaltet eine Menge von Palaeste, Moscheen, riesige Gartenanlagen und was man als Mogul-Herrscher halt sonst noch so brauchte... Und so als i-Tuepfelchen hat man einen wunderschoenen Blick aufs Taj Mahal am anderen Flussufer! Den Taj besichtigen wir am naechsten Tag. Schon fruehmorgens gehts aus den Federn, damit wir bei Sonnenaufgang die Farbaenderungen im weissen Mamor des Taj sehen und festhalten koennen.


Ich fuer meinen Teil bin allerdings ein bisschen enttaeuscht, vielleicht hab ich mir zu viel vorgestellt. Aber die Symmetrie und der blanke weisse Mamor den alle so schoen und aesthetisch finden machen den Taj in meinen Augen ein wenig langweilig, zu glatt. Tja, jedem Tierchen... Trotzdem ist Agra die Reise wert gewesen, auch wenn es hier wieder mal Abschied nehmen heisst von Claire und Eric, die zunaechst nach Varanasi und von da aus nach Nepal weiterreisen. Carsten und ich fahren Sonntag nach Delhi und machen die Stadt nochmal ein bisschen unsicher. Ich schick euch Sonne nach Deutschland, fuehlt euch gedrueckt! *

1 Kommentar 22.2.09 16:11, kommentieren