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La Paz

Von Sucre gehts also in die nächste Hauptstadt, nach La Paz. Über Nacht mit dem Bus ist hier eine ganz schlechte Idee, da die Bolivianer offensichtlich eine andere Vorstellung von "beheizt" haben, so erreiche ich La Paz zwar wohlbehalten aber tiefgefrohren. Zum Glück weiss ich bereits in welches Hostel es gehen soll, da Jonathan und Benedict auch hier sind, so dass ich ziemlich bald eine warme Dusche und einen heissen Tee kriege. Die Jungs haben mir eine Nachrrich hinterlassen, dass sie erst morgen zurrück sin, da sie unbedingt auf 6000m rumkraxeln wollen - ok, ich auch, aber bin grad pleite, muss ich auf Peru verschieben.

So mache ich mich also alleine auf Stadterkundung, was mir selbstverständlich mühelos gelingt. Schwarzmarkt, Strassenmarkt, Hexereimarkt - man kann in La Paz von getrockneten Lamaföten über halluzinogenen San Pedro Kaktusschnaps bis hin zu gefälschten Klamotten, gefälschter Elektronik, jeder Menge Tourikram bis hin zu den ganz alltäglichen Dingen wie Brot, Käse, Obst und Gemüse alles auf der Strasse kaufen. Und frei nach dem Motto do it like the Bolivians do kaufe ich mir mein Mittagessen und ein paar Vorräte auf der Strasse.

Im Hostel mache ich noch eine Tour nach Tiahuanacu, einer präinkaischen archäologischen Kulturstätte in der Nähe des Titicaca Sees klar und beschliesse diesen ersten Tag in La Paz recht früh.

Früh am nächsten Morgen fahre ich mit zwei Englanderinnen und einem Guide zu den Ausgrabungsstellen. Leider sind die ziemlich wenig beeindruckend, da viele Ausstellungsstücke zur Zeit nicht zugänglich sind und die Ausgrabungen selber zum grossen Teil rekonstruirt und damit wenig beeindruckend sind. Der historisache Hintergrund, mit dem unser Guide uns beladt ist aber dafür umso interessanter. Das eigentliche Highlight für mich allerdings sind die schneebedeckten Cordilleren über einer phantastischen Kulisse von La Paz, als wir über die Hochstrasse zurück in die Stadt fahren! Die Aussicht auf die Stadt, wie sie sich an die Hänge der umgebenden Hügel schmiegt ist einfach umwerfend!

Nachmittags treffe ich mich mit Sytha, einer der Holänderinnen auf einen Kaffe und als ich danach zurück ins Hostel komme finde ich Benedict und Jonathan wieder, die noch völlig übermüdet vom Bergseigen sind und so verabreden wir uns für morgen zum Frühstück. Und ganz überraschend ist auch Ard hier, der kurzentschlossen Sucre per Flugzeug verlassen hat. Und auch mi ihm verabrede ich mich fur morgen.

So findet sich eine lustige kleine Truppe am nächsten Morgen zum frühstücken bei Pepe, unserer designierten Stammfrühstückskneipe ein. Und wie es der Zufall so will, taucht auch der Rest der Holländerinnen noch auf, die wie ich mit dewm Bus über Nacht nach La Paz gefahren sind und jetzt im gleichen Hostel wie ich untergekrochen sind.

Da heute Championsleague Finale ist verabreden wir uns später im Pub. Bis dahin durchstreife ich noch ein bisschen die Stadt in Begleitung von Ard. Fussball ist grossartig - Viva Barca - und danach gehts weiter in der Stadt mit Chorripan und Abendessen in der besten, kleinsten, schmuddeligsten Pizzaria in La Paz.

Der nächste Tag steht für mich so ein bisschen unter dem Stern des Organisierens. Erst gehts mit Ard auf den Mercado Negro und über den Mercado de la Hechiceria und ich besorg noch ein paar Mitbringsel. Dann wollte ich mich eigentlich mit Al, einem der Endgländer von der Salartour zum Mittagessen treffen, leider muss der aber seinen Zug nach Cuzco erwischen, so dass ich die freie Zeit nutze und mit Ard das Regierungsviertel von La Paz erkunde. Schöne alte Kolonialgebäude haben die hier...

Dann heisst es für mich Kopf zusammen nehmen, Päckchen packen und verschicken - dauert hier alles ganz schön lange. Aber ich bringe meine Sachen heil auf den Weg und in meinem Rucksack ist wieder schön viel Platz. Dann buche ich noch mein Busticket nach Copacabana für den nächsten Tag und treffe mich mit meinen niederländischen Freunden zum Kino gehen - Angelos y Demonios, que bien!!

Das wars für mich in La Paz, jetzt wartet der Titicacasee auf mich...

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Titicaca See

Der berühmte Titicaca See soll meine letzte Station in Bolivien sein. Daher nehm ich mir hierfür auch nochmal ein bisschen mehr Zeit.

Mit dem Bus fahr ich frühmorgens in La Paz los nach Copacabana, begleitet werd ich mal wieder von Benedict und Jonathan. Copacabana selber lassen wir noch am gleichen Tag hinter uns und fahren mit dem Boot zur Isla del Sol - angeblich die Geburtsstätte der Sonne und des ersten Inca. Obwohl ich in meinem Reiseführer gelesen hab, dass man am Besten mit leichtem Gepäck hier anreist haben wir alle Drei unsere grossen Rucksäcke dabei. Warum? Ja, das eröffnet sich uns beim Betreten der Insel. Die Siedlung, bzw. alle Unterkünfte befinden sich auf dem Gipfel - die Insel ist nämlich eher ein Berg als eine Insel, wird wohl nix mit Strand liegen

Und so schleppen wir unsere Rucksäcke zunächst 208 Stufen bis zur einzigen Wasserquelle der Insel und von da aus nochmal geschätzt 45 Minuten weiter den Berg rauf. Das richtig anstrengende ist dabei nicht das Gepäck sondern die Tatsache, dass wir auf über 4000 Höhenmetern rumkraxeln... Aber zu guter Letzt schaffen wir es doch noch und finden bei Don Ricardo drei schöne Einzelzimmer, die auch noch warm zu sein scheinen und ein eigenes Bad haben. Und so machen wir es uns auf der Sonneninsel erstmal gemütlich, allerdings ist die Sonne leider nicht so warm wie wie es gerne hätten. Und so ist es ehrlich gesagt bitterkalt, nachdem die letzten goldenen Strahlen verschwunden sind.

Auf Empfehlung unseres Herbergsvaters gehen wir zum Abendessen ins Restaurant Las Velas. Hier erstmal ein Einschub - von gehen kann keine Rede sein, wir klettern unter Führung unseres Herbergsvater durch die stockfinstere Nacht, keine Wege, keine Beleuchtung. Und dann ist Las Velas auch noch Programm: Keine Elektizität, nur Kerzen und Gasofen und leider saumässig kalt!!! Und leider ist auch das Essen nur lauwarm und ich hab ziemliche Magenkrämpfe danach. So endet der Abend für mich und auch für Jonathan ziemlich plötzlich im Bett...

Aber der nächste Tag beginnt strahlend schön und ohne Bauchschmerzen. Und so machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg die Insel zu erkunden. Praktischerweise gibt es einen Trekkingpfad hin zu einigen Inkaruinen, der die ganze Inselüberquert. Das bedeutet hier natürlich ein ständiges bergauf bergab in 4000 m Höhe und die Pumpe geht manchmal ganz schön flott, aber es macht Spass! Endlich malwieder ein bisschen Bewegung an der frischen Luft, wandern durch atemberaubend schöne Landschaft und immer einen Blick auf die schneebedeckten Cordilleren. Etwa acht Stunden dauert unsere Wanderschaft bis wir wieder zurück sind am Südende der Insel. Abends geniessen wir einen schönen Sonnenuntergang und gute Pizza in einem tatsächlich warmen Restaurant und fallen totmüde und zufrieden ins Bett.

Von Sonnenstrahlen in der Nase gekitzelt wache ich auf und bedaure eigentlich, dass ich schon wieder weg muss aus diesem kleinen Paradies. Einziger Pluspunkt - Peru ist angeblich wärmer

So machen wir uns nach einem letzten bolivianischen Frühstück an den Abstieg und setzen mit dem Boot über nach Copacabana. Und von da gehts dann mit dem Bus nach Peru.Grenzübergang problemlos und die Busfahrt wunderschön entlang des Titicaca Sees nach Puno. Hier wollten wir eigentlich eine Nacht bleiben, aber so richtig schön ist es her eigentlich nicht. So beschliesst Benedict nach Arequipa weiter zu fahren und Jonathan nach Cuzco. Und Ich? Ich buche einen Trip zu den berühmten Floating Islands und einen Bus nach Cuzco für die Nacht.


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Floating Islands

Die Floating Islands auf dem Titicaca See sind wohl einzigartig aufderganzen Welt. Aus Schilfgrasblöcken mit darüber aufgeschichtetem Schilf entstehen dieses künstlichen Inseln, die seit Jahrhunderten von einem Aymara-sprechenden Volk bewohnt sind.

Mit dem Boot fahren wir raus zu einer der Inseln. Auf dem Weg dahin erklärt unser Guide uns schon mal ein bisschen was zur Kultur dieses Volks und etwas zu den Inseln. Trotzdem ist es eine ganz fremde Welt, in die wir da eintreten. Don Santiago lässt uns auf seine Insel, die seit über 50 Jahren von seiner Familie bewohnt und umsorgt wird. An einem Miniaturmodell erklärt er uns nochmal genau, wie diese Inseln aufgebaut werden. Schicht für Schicht wird Schilf auf zusammengepflogte Schilgrasinseln aufgelegt. Und da das natürlich mit der Zeit im Wasser zu rotten beginnt muss von oben immer neu nachgelegt werden. So sind diese Inseln unter ständiger Bearbeitung. Und trotzdem stehen Häuser drauf, Kochstellen und sogar Schulen. Wirklich anders!

Mit einem der traditionellen Schilfboote werden wir dann noch zu einer anderen Insel gefahren, was ganz schön anstregend aussieht und aber einen wunderschönen Sonnenuntergang auf dem See beschert. Dort haben wir dann noch Zeit für eine Tasse Tee, die bitter nötig wird, da es ohne Sonne hier auch ziemlich kalt ist bevor es zurück nach Puno geht. Da gibts dann noch Pizza für mich bevor ich mich auf den Weg zum Busterminal und somit auf den Weg nach Cuzco mache. 

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Cuzco

Cuzco erreiche ich mal wieder völlig durchgefrohren morgens in aller Frühe. Per Taxi gehts zum Hostel, wo ich glücklicherweise auch ohne Reservierung ein Bett bekomme. In da kuschel ich mich auch erstmalauch nochmal und schlafe ein paar Stunden in der Waagerechten..

Cuzco, das ist die Stadt, die Franzisco Pizzaro damals als Erste erobert hat. So gibts in der Stadt auch jede Menge Kolonailgebäude, die der Stadt ein wenig ein italinisches Aussehen und Flair verleihen. Zum Glück sind aber auch viele der alten Inkaspuren noch zu finden.

Meinen ersten Tag hier verbinge ich aber mit Rumhaengen, Waesche waschen, lesen und einem kleinen ersten Stadtbummel durch die Stadt. Bei der Gelegenheit buche ich auch einen kleinen Reitausflug zu ein paar Tempeln on der Umgebung fuer morgen. Abends gibts ein gemuetliches Feierabendbier mit neuen Freunden in der Bar im Hostel und frueh gehts dann auch ins Bett, da es am naechsten Morgen auch zeitig losgeht zum Reiten. Dachte ich jedenfalls... Hab mal wieder nicht mit suedamerkianischer Zeiteinteilung gerechnet und so geht es erst mit einer Stunde Verspaetung los.

Mit zwei Amerikanern und einem Guide gehts durch die Berge im Hinterland von Cuzco - wunderschoen!! Erstes Ziel ist der Templo de la Luna, einem alten Inkatempel, von dem allerdings nicht mehr viel uebrig ist. Aber das wenige bekommen wir von einer jungen Studentin gut erklaert! Und auch der Templo de los Monos ist auf dem Programm. Dann gehts, nach heftiger Diskussion mit unserem Guide noch fuer zwei Stunden zu Pferd durch die Berge bevor es zurueck zur Ranch geht. Das gute an der Ranch ist, dass sie oberhalb einer beruehmten Inkafestung liegt, Saksaywhaman. Und die kann ich mir auf dies Art und Weise auch noch ganz umsonst anschauen!

Zurueck in Cuzco wartet frische Waesche auf mich und eine Einladung meiner Zimmgenossen zum Abendessen, die ich doch dankend annehme. Leider ist Indisch in Suedamerika wohl keine gute Idee... Aber wir lassen uns den Abend nicht vermiesen und statten dem beruehmten Club Mama Afria einen Besuch ab!

Der folgende Tag ist nach der Feierei natuerlich ein bisschen langsamer, aber trotzdem gibts ein bisschen Kultur fuer mich. Ich schau mir das Kloster Santo Domingo an, das aus und auf einem Inkatempel errichtet wurde, dem Sonnentempel Qorikancha. Viele der alten Strukturen sind noch erhalten und man bekommt einen guten Eindruck von der Handwerksfertigkeit der Inka. Die Ausstellung im Klostergarten ist zwar nicht mein Ding, aber gut. Danach schlendere ich noch gemuetlich ueber einen grossen Kunsthandwerksmarkt, kann mich aber nicht dazu durchringen schon wieder Krims Krams zu kaufen - kommt aber sich noch

Und als ich zurueck ins Hostel komme, wartet eine schoene Ueberraschung auf mich, meine hollaendischen Freundinnen und Tim mit seinem Mitbewohner Christian sind ebenfalls in Cuzco eingetroffen! Und so verbringe wir einen netten Abaned gemeinsam in der Bar...

Der naechste Tag bringt ein paar organisatorische Dinge mit sich. Wir wollen naemlich gemeinsam eine vier Tagestour zum Machu Picchu machen und das heisst Agenturen abklappern. Zu guter Letzt finden wir aber eine, die uns einen vernuenftigen Preis anbietet und wir buchen fuer uebermorgen unsere Tour! Und das feiern wir am Abend auch ausfuehrlich - mal wieder im Mama Africa!

Nach wenigen Stunden Schlaf ist der naechste Tag mal wieder im Zeichen der Erholung zu verstehen - ich muss aufhoeren erst um halb sechs ins Bett zu gehen... Aber wenigstens schaff ich es mir mit Tim und Christian noch ein paar Sachen in der Stadt anzuschauen. Und einen Bus nach Arequipa fuer den Tag nach unserer Rueckkehr buchen wir noch. Abends haben wir dann ein Briefing mit unserm Guide fuer die Tour morgen. Sonst laueft der Tag vollends ruhig aus und endet zeitig im Bett.

Morgen gehts dann los auf unser Machu Picchu Abenteuer - Da freu ich mich schon riesig drauf!!!

 

1 Kommentar 10.6.09 17:23, kommentieren

Machu Picchu

Zeitig machen wir uns per Minibus auf den Weg zu unserer ersten Etappe. Zeitig heisst natuerlich mit einer Stund Verspaetung, aber immerhin. Ueber Ollantaytambo gehts auf den Pass nach Abra Malaga, wo wir unsere Mountainbikes besteigen - ja, die erste Etappe ist naemlich Downhill Biken!!! Das meiste auf geteerter Strasse, also kein Grund zur Panik. Auf 4350 m gehts los Richtung Tal, die Aussicht ist grossartig und wir haben einen riesen Spass. Leider sind die Raeder nicht so richtig gut, so dass es den eine oder anderen Sturz gibt, aber wir lassen uns die Laune davon nicht vermiesen! Bis auf 1250 m gehts runter, 5 Stunden lang. Das letzte Stueck ist auch noch Schotterpiste, was noch mehr Spass macht, aber noch mehr Stuerze verursacht. Bisnach Huamanmarca fahren wir und von da aus bringt uns der Bus nach Sanata Maria, unserer ersten Station fuer die Nacht. Das Hostel ist zum Glueck sauber, obwohl es nur kaltes Wasser in der Dusche gibt.

Fuer Tag zwei steht Wandern auf dem Programm. Und zwar Wandern auf einem Teil des beruehmten Camino de Inka. Das erste Teilstueck geht noch gemuetlich auf breiter ebener Strasse. Dann aber der Einstieg in den Camino. Schon der ist happig, steil und schmal windet sich der Pfad den Hang hinauf, die Sonne scheint ohne Erbarmen auf unsere ohnehin schon durchgeschwitzten Shirts. Stueck fuer Stueck arbeiten wir uns nach oben vor. Auf etwa halber Hoehe gibts eine kleine Verschnaufspause und eine kleine Staerkung bevor es weiter geht. Das zweite Stueck ist aber nicht mehr so schlimm. Nur noch ein kurzes Stueck geht es richtig steil nach oben, bevor wir aus dem Wald raus auf einen herrlichen Panoramaweg stossen, der uns einen wunderschoenen Blick ueber das ganze Tal und auf die schneebedeckten Gipfel des Nevado Veronica und des Nevado Tiriyway gibt. Von hier aus geht es nur noch bergab bis zu einem kleinen Restaurant am Ufer des Urubamba. Hier gibst Mittagessen und Mittagschlaf bevor es weiter entlang des Flusses bis zu den heissen Quellen nahe Santa Teresa geht. Da waschen wir uns dann ersmal den Staub und den Schweiss ab und geniessen das Gefuehl sauber zu sein! Mit dem Minibus werden wir dann das letzte Stueck nach Santa Teresa gefahren, wo wir Abendessen und unsere BEtten kriegen. Willkommen suesser Schlaf...

Tag drei beginnt mit einer Busfahrt zur sogennanten Hidroelectrica, von wo aus wir entlang der Bahntrasse nach Aquas Calientes laufen. Die Strecke ist einfach, aber man muss sich ziemlich konzentrieren. Aber trotzdem bleibt manchmal noch Zeit fuer einen Blick auf die schoene Umgebung.

In Aguas Calientes alias Machu Picchu Pueblo lassen wir unser Gepaeck im Hostel, essen zu Mittag und machen uns an die Besteigung des Putucusi, einem Berg gegenueber von Machu Picchu. Das wird zu einer groesseren Herausforderung als gedacht, da wir 700 Höhenmeter zu überwinden haben nur mit Hilfe von Leitern und Treppen. Und die sind ziemlich steil!! Ich bin fix und fertig und völlig durchgeschwitzt, als ich oben ankomme, aber dank des phänomenalen Ausblicks erhole ich mich doch ziemlich schnell wieder. Machu Picchu liegt nämlich wie ausgebreitet auf dem Gegenhang und ist in der Abendsonne schön anzuschaun. Lange Zeit bleibt uns leider nicht da oben, da keiner Lust hat im dunkeln die rutschigen Leitern 20m in die Tiefe abzusteigen. Wieder in Aquas Calientes gibts erstmal eine Dusche und dann ein herrliches Feierabendbier und ein zünftiges Skatspiel mit Tim und Chris. Lange haelt sich heute abend aber keiner auf, da es morgen früh sehr früh losgeht.

Bereits um vier Uhr treffen wir uns mit den Guides, die uns unser Frühstückspacket austeilen und dann geht der Stress richtig los. Eigentlich war mit der Agentur vereinbart, dass wir bis 17 Uhr auf Machu Picchu bleiben können und dann um 17.30 Uhr mit dem Zug nach Cuzco fahren. Irgendwie hat das aber scheinbar nicht geklappt, so dass wir auf den Zug um 14:30 gebucht wurden. Nach einigem Gezeter verbleiben wir mit Juan so, dass er versucht die Tickets zu tauschen und wir ihn später anrufen. Und so, mit einiger Wut im Bauch machen wir uns an den Aufstieg. Wieder heisst es Treppen steigen - wenns nur nicht so gut für die Figur wär...

Eine Stunde lang gehts aufwärts, immer eine Stufe nach der anderen. Und wieder mal bin ich klatschnass, als ich oben ankomme - ich galube, das hab ich geerbt Dann gibts erstmal Frühstück bis die Tore zu Machu Picchu geöfnet werden. Alle, die schon oben sind stürmen ans andere Ende der Ruinenstadt um sich einen Zugang zum Wayna Picchu Berg zu sichern, auf den täglich nur 200 Personen rauf dürfen. Dann schauen wir uns noch ein bisschen auf eigene Faust um, bevor wir zu einer zweistündigen geführten Tour aufbrechen, die sich wirklich lohnt!

Gegen zehn sind damit fertig und rufen Juan wegen der Tickets an. Leider hat sich nichts geändert, so dass wir jetzt schon um eins wieder absteigen müssen. Das bedeutet für uns Auswählen, was wri machen wollen, denn die Zeit reicht nicht um alles zu sehen. Criss, Tim und Ich entscheiden uns für Wayna Pichu, die anderen für die Incabrücke. Und so ziehen wir zu dritt los. Da uns die Zeit im Nacken sitzt überwinden wir die 300 Höhenmeter auf Stufen in der Hälfte der sonst üblichen Zeit - das T-Shirt wird langsam nicht mehr trocken - aber wieder, der Ausblick entschädigt. Und während wir da oben so rumturnen merken wir kaum, wie die Zeit vergeht. Und so ist es bereits zwölf, als wir wieder unten in der Stadt ankommen. Somit reicht die Zeit nicht aus um noch mehr von Machu Picchu zu sehen, nur noch fürs Postkartenfoto reicht es noch vom obersten Punkt der Stadt.

Punkt eins machen wir uns an den Abstieg, vorher noch schön Pass stempeln lassenn Der Abstieg ist anstrengender und länger als gedacht, aber wir sind punkt zwei am Treffpunkt. Nur leider ist Juan nicht da, nur unsere Tickets, auf denen steht, sie haben soeben ihren Zug verpasst. Die Pappnase von Guide hat uns nämlich die falsche Uhrzeit genannt und wir stehen jetzt doof da. Also wir schnell zum Bahnhof, vielleicht geht ja noch was, aber nein. Zug weg. Und jetzt? Tickets umbuchen! Das geht? Ja, offenbar schon, wenn mal denn will! Kostet allerdings ziemlich viel. Und so kaufen wir uns neue Tickets bzw. buchen unsere Tickets um für den Zug um 17 Uhr - grrrrrrrrrrrrrrrr.

Die Zeit überbrücken wir mit Pizza und Pisco und versorgen uns noch mit genug Bier um eine lustige Zugfahrt zu haben. Pünktlich bringt uns dieser in eine kleine Stadt in der Nähe von Cuzco, von wo aus wir mit dem Taxi zurück ins Hostel fahren. Und nach eine Grundreinigung und frischer Wäsche geniessen wir noch gemeinsam ein gutes Feierabendbier.

Die Agentur allerdings kann sich morgen auf was gefasst machen, das lassen wir so nicht auf uns sitzten!

1 Kommentar 14.6.09 19:33, kommentieren

Cuzco Klappe die Zweite

Mein zweiter Aufenthalt in Cuzco ist erstmal wenig erfreulich. Wir verbringen einen ganzen Vormittag und den halben Nachmittag damit mit unserer Reiseagentur zu diskutieren um unser Geld für die Extrazugtickets zurück zu bekommen. Und beharrlich wie wir sind schaffen wir das auch! Allerdings ist der Tag damit gelaufen und mir bleibt nur noch Zeit ein letztes Abendessen mit meinen neuen/alten Freunden zu geniessen bevor ich mit Tim und Chris zum Busbahnhof düse um nach Arequipa zu fahren. Dort angekommen müssen wir leider feststellen, dass aufgrund von Streiks alle Strassen dicht sind und wir erstmal nicht aus Cuzco wegkommen. Also fahren wir zurück zum Hostel und machen das Beste aus unserem unverhofften Abend in Cuzco - wir gehen aus, und zwar so richtig!

Am nächsten Morgen steht der Streik immer noch, so dass die Jungs un dich beschliessen Arequipa auszulassen und nach Lima zu fliegen. Und so buchen wir also einen Flug für den nächsten Tag. Das bedeutet ein weiterer Tag in Cuzco, den ich mit meinen holländischen Freunden auf dem Black Market und in der Stadt verbringe. Der Abend verläuft ruhig diesmal und gemütlich gibts ein Abschiedsbier, da ich morgen bereits um 5:30 Uhr am Flughafen sein muss....

1 Kommentar 21.6.09 19:09, kommentieren

Pisco

Frueh am morgen geht der Flieger von Cuzco nach Lima. Da lasse ich Tim und Chris alleine weiterziehen und organisiere mir einen Bus nach Pisco, einer kleinen Stadt etwa fünf Stunden südlich von Lima. Die Fahrt dorthin ist unglaublich hässlich. Die erste wirklich hässliche Landschaft, seit ich auf Reisen bin, nur Sand, Steine, Dunst und Staub, und das obwohl die Panamericana an der Küste entlang geht. Und Pisco selber ist nicht besser. Seit einem grossen Erdbeben vor zwei Jahren sind etwa 70% der Stadt zerstört und seither nicht wirklich wieder aufgebaut. Und so sieht die Stadt aus wie ausgebombt und ich fühl mich nicht wirklich wohl oder sicher hier.

Aber ich buche mir noch am gleichen Abend eine Tour für den nächsten Tag um die ISlas Ballestas, liebevoll die Galapagos für Arme anzuschauen und den dazugehörigen Nationalpark. Dann gönn ich mir noch eine Portion phantastische Ceviche - das ist roher Fisch oder Meeresfrüchte eingelegt in Zitrone - bevor ich mich in mein Bett begebe.

Wiedermal früh gehts morgens los zur Tour. Per Minibus gehts nach Paracas. Da wechseln wir dann auf ein Speedboat, das uns zu den Inseln bringt. Um es kurz und bündig zu beschreiben: Ich hab noch nie vorher so viele Vögel auf einmal oder wahrscheinlich sogar insgesammt gesehen! Dazu gibts noch ein paar süsse kleine Humboldtpinguine und Seelöwen. Da verdirbt mir nichtmal das leichte Nieseln und der kalte Fahrtwind die Laune...

Zurück in Paracas haben wir Zeit für ein kleines Frühstück und einen Rundgang durch das Dorf bevor es wieder per Minibus zum Nationalpark Paracas geht. Der ist allerdings eine echte Enttäuschung. Ich weiss nicht, ob es am diesigen Wetter oder wirklich am Park liegt, aber alles hat die gleiche dreckig braun-gelbe Farbe hier und sieht aus wie eine grosse Baugrube. Auch die Sandsteincliffs und der Strand aus rotem Sand hauen das nicht raus. Trotzdem hab ich eine gute Zeit und übe mich im sarkastisch sein auf englisch

Nach dem Parkbesuch gehts zurück nach Pisco und wieder gibts für mich Ceviche und nachdem ich mein Busticket für morgen so halb organisiert hab gehts auch heute wieder früh schlafen.

Sehr früh am nächsten Morgen fahr ich mit einem Taxi-Collectivo zum sogenannten Cruze an der Panamericana und dort steige ich in den Bus zurück nach Lima.

 

Nächstes Ziel: Der Strand von Máncora an der Grenze zu Ecuador!

1 Kommentar 22.6.09 21:11, kommentieren