Und irgendwann holt es wohl jeden ein...

Orissa, oder vielmehr Puri ist eine konstante Ueberraschung fuer mich. Angekommen wollte ich eingentlich gleich wieder weg. Es war staubig, unglaublich schwuehl und heiss. Der Ort schien nur aus einer ewigen Landstrasse zu bestehen mit ein paar klapprigen Laeden zu beiden Strassenseiten. Unser Hostel war angkuendigt als ehemalige Mahardsha-Residenz, sah aber auf den ersten Blick mehr wie die Dienstbotenunterkunft aus. Und dann meinte der Besitzer noch, wir koennten nur eine Nacht bleiben, nicht wie vereinbart drei.

Dann die Ueberraschung Nummer eins. Die Zimmer sind riesig, die Decken hoch, die Betten bequem und - warmes Wasser und guter Wasserdruck in der Dusche! Das Hostel entpuppt sich als coole Backpacker-Bleibe, wo wir ziemlich viele interessante Leute treffen. Eine Schweizerin, die mit ihrem Motorrad seit zwei Jahren unterwegs ist, ein haengengebliebener Australier, der viele Geschichten zu erzaehlen hat, ein paar Voluntaere... Jeder hat seine eigene Story, jeder einen anderen Grund hier zu sein.

Der Strand hier ist leider auch eine Ueberraschung, allerding keine schoene. Im Bereich des Fischerdorfes voller Exkremente - tierischer, sowie menschlicher - im Bereich der Hotels stinkende Abwasserfluesse, und im sauberen Bereich alles voller Inder - was per se ja nicht schlecht ist, aber eben voll!

 


An Tag zwei hier die naechste Ueberraschung. Wir finden heraus, das Puri doch nicht nur die staubige Strass ist. Im Gegenteil, um den riesigen Tempel herum (den wir leider nicht besichtigen duerfen)  ist Puri einen brummenden, lebendige, typisch indische Kleinstadt. Es ist hektisch und doch ruhig, es ist dreckig und chaotisch und doch geordnet. 

Tag drei Ueberraschung Nummer drei. Wir haben eine Tour gebucht zum Chilika-Lake, Indiens groesster Salzwassersee, und was soll ich sagen, ich hab zum ersten Mal in meinem Leben wilde Delphin gesehen - und nein Bruderherz, ich hab keine Beweisfotos, die Dinger sind einfach zu schnell fuer mich...


Aber es ist ein wunderschoener Tag draussen auf dem Wasser, ruhig, kuehl, beschaulich. Und wie es wohl mit dem Ausgeich des Karmas wohl so ist, irgendwann holt es jeden ein. Ich hab so viel tolle Sachen bis hierhin erlebt, soviel Glueck gehabt, dass Shivas Rache auch mich irgendwann ueberkommen musste, tja...

Nach einem Tag Bett und Fieber und BAuchweh bin ich aber wieder fit und wir fahren nach Konark um den Sonnentempel dort anzuschauen. Das hoert sich jetzt weniger interessant an als es war. Denn statt mal wieder irgendein verfallener Tempel ist Konark erstens recht gut erhalten, zweitens eine unvorstellbare Masse an Details in den verzierten Gemaeuern und aussedem der beruehmteste Kamasutratempel in Indien... (ja kleiner Kai, ich hab dir Bilder und Anschuungsmaterial mitgebracht, aber das ist nichts fuer die breite Masse)

Morgen ziehen wir weiter, Bhubaneswar, die Hauptstadt von Orissa ist das Ziel und damit auch unsere erste Safari, mal sehen.

Bis zum naechsten mal, bleibt huebsch ordentlich und fromm und tut nichts, was ich nicht auch tun wuerde

4.2.09 13:04

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(4.2.09 17:30)
Hey kleine Judith, das mit dem Kommentieren ist ja gar nicht so leicht, zumindest bei mir ist die Schrift weiß auf weißem Grund. Ich hoffe, ich schreibe nicht mit zu vielen Fehlern! ;-) Davon ab, wo sind die Fotos? Geht es Euch gut da unten, zumindest klingt es ja so, Krankheit nun ja auch überstanden! Schade, dass Du nicht mehr hier bist, aber jetzt lassen mich in Mannheim sowieso alle allein. Davon aber auch an anderer Stelle demnächst mehr!

VG, Kai

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