Jaipur - Ranthambore - Agra

Nach langer Abwesenheit kommt jetzt mal wieder ein etwas laengerer Eintrag ueber die letzten zehn Tag. urze Erinnerung, wir waren nach kurzentschlossener Planaenderung ja nach Delhi gefahren und haben da Claire und Eric wieder getroffen. Nach eintaegigem Aufenthalt gings dann erstmal nach Jaipur. Jaipur war in meiner Reiseplanung von Deutschland aus einer der wichtigsten Punkte. Die Stadt wurde von Maharaja Jai Singh gegründet nachdem ihm sein altes Zuhause auf Amber Fort zu langweilig geworden war. Und weil er grade so schoen am bauen und werkeln war hat er die Gebaeude der Altstadt auch noch rosa angemalt, deshalb wird Jaipur auch Pink City genannt. Rosarot ist Rajasthans traditionelle Farbe der Gastlichkeit, damit sollten die Englaender willkommen geheissen werden. Nett, ne?!

So, da kamen wir also mit dem Bus an. Und nachdem wir uns erfolgreich durch eine Reihe Schlepper durchgekaempft hatten ging das mit dem Hotel alles reibungslos. Schoenes Hotel, grosses Zimmer, warmes Wasser, weiche Betten und als Kroenung einen Duschvorhang! Auf den diversen Terassen jede Menge Pflanzen, eine richtige kleine Oase! Tag eins beihaltete einen schoenen Rundgang durch die Altstadt, eben jene Pink City. Zu sehen gibts hier ausser rosa Gebaeuden jede Menge. Angefangen von lauter kleinen Shops, die von Kleidern ueber Medikamente und Kosmemtika bis hin zu Seil und Kurzwaren alles haben - in jeder Strasse ein Spezialgebiet.

 

Sehenswuerdigkeiten gibts natuerlich nicht zu knapp. Das berühmteste Wahrzeichen von Jaipur ist der Hawa Mahal oder auch Palast der Winde genannt.

Als Teil des Stadtpalastes diente der Hawa Mahal den zahlreichen Damen des Harems, die sich nicht unter das einfache Volk begeben durften, als Beobachtungsposten. Den Stadtpalast selber schenken wir uns auf Grund des horrenden Eintrittspreises und zu Gunsten einer Fuehrung durch das Observatorium Jantar Mantar. Das Jantar Mantar ist eines von fünf historischen astronomischen Sternwarten, die Maharaja Jai Singh so um 1750 rum erbauen lies. Die futuristisch anmutenden Bauten - der Lonely Planet beschreibt sie als Alice im Wunderland - Gebaeude - dienen unter anderem der Messung der Zeit, der Voraussage von Eklipsen, der Beobachtung der Planetenbahnen, der Bestimmung von astronomischer Höhe und Deklination.Das größte Bauwerk ist das Samrat Jantar, eine Sonnenuhr mit einer Höhe von 30m (die groesste Sonnenuhr der Welt), die auf erstaunliche zwei Sekunden genau geht. Es ist ziemlich beeindruckend alles, vorallem wenn man die Erbauungszeit betrachtet.

Tag zwei fuehrt uns zunaechst zum Galta Tempel. Der Temepl ist fuer zwei Sachen beruehmt: Zum Einen fuer die Unmengen an Affen die hier herumstolpern und zum Anderen fuer die Pilger, die hierher kommen um zu baden.

Weiter gehts zum Amber Fort, jenen verlassen Wohnsitz des Maharja Jai Singh. Anmutig liegt es auf einem Huegel ausserhalb der Stadt, golden glaenzt es in der Sonne. Die Palastanlage ist leider nicht sehr gut erhalten, aber die Aussicht von hier oben ist wunder schoen!

Der naechste Tag fuehrt uns bereits wieder raus aus Jaipur, rein in den Dschungel. Wir fahren mit dem Zug nach Sawai Madhopur bzw. zum Ranthambore Nationalpark. Unser Hotel da ist ganz gut, leider ein bisschen steril, unpersoenlich, dafuer aber mit Garten. Leider koennen wir am ersten Tag nicht mehr viel machen, so dass wir uns nach einer kleinen Erkundungstour durch den Ort mit Lesen und faulenzen abgeben muessen. Es ist so hart auf Reisen zu sein manchmal Am naechsten morgen stehen die Jungs heroisch um viertel vor fuenf morgens auf um uns die erste Safari fuer halb sieben am gleichen Tag zu sichern. Alles klappt und der Jeep dampft puenktlich los, immer in Richtung Dschungel. Wir frieren ziemlich, trotz Softshell und Fleece, aber wir werden mit einer herrlichen Lanfschaft belohnt. Absurde Felsformationen die in der aufgehenden Sonne staendig ihr Farbe wechseln, ein altes Fort, das rot gleisst, unwirkliche Pflanzenkonstrukte, Banja-Baeume die sich selbst zu erneuern scheinen. Pfauen stolzieren anmutig durchs Unterholz, Affen springen von Baum zu Baum, Rehe und elchartige Vierbeiner beaeugen uns mistrauisch.

Wer sich allerdings nicht zeigt an diesem Morgen ist der ersehnte Tiger. So fahren wir erfuellt von vielen Eindruecken und voellig durch gefrohren zurueck in der Hoffnung, das naechste mal einen Blick auf Shir Khans Nachfahren zu erhaschen. An Tag zwei buchen wir unsere Safari fuer den Nachmittag - dann uss keiner so frueh aufstehen und wir frieren nicht wieder so! Und nach hartnaeckigem immer wieder Nachfragen kommen wir auch in den Sektor, in dem angeblich morgens zwei Tiger gesichtet worden waren. Mit kundigem Guide und waghalsigem Fahrer gehts los. Wieder sind wir allein von der Landschaft um uns herum begeistert. Diesmal bekommen wir auch noch ein paar Krokodile zu sehen und viele Wasservoegel - Eisvogel eingschlossen (und ja Bruderherz, diesmal gibts Beweisfotos!).

Nur der Tiger scheint uns wieder zu entgehen... Kurz vor Ende der Safari faehrt uns Fahrer aber beherzt noch ein Stueck in den benachbarten Sektor, und als eigentlich alle die Hoffnung schon aufgegeben hatten zeigt sich Shir Khans Enkelin. Mitten auf der Strasse trottet sie genau vor uns her, 10 m vielleicht von uns weg. Und wir natuerlich voellig aus dem Haeuschen und der Tiger voellig unbeeindruckt von Mensch und Jeep. Als das Tier im Dickicht verschwindet denken wir, das wars, da startet unser Fahrer eine HAlsbrecherische Tour auf einem Trampelpfad hinauf zu einem kleinen Plateua und da praesentiert sich der Tiger nochmal in voller Schoenheit. Im Lich der untergehenden Sonne glaenzt sein Fell in tiefem dunklen fast orangenem Fell, anmutig bekommt eine neue edeutung, ebenso Freiheit und Unbaendigkeit. Goresse und Majestaet sind die Wort um dieses Tier in Freiheit zu beschreiben!

Erfuellt von diesen Eindruecken fahren wir zurueck, es wird uns lange beschaeftigen! Die naechste Station auf dem Programm ist Agra. Da wir an einem Freitag ankommen, ist der Taj Mahal leider geschlossen (so wegen Moschee und so). So steht heute nur das Fort in Agra auf dem Programm, was an sich aber schon einige Zeit in Anspruch nimmt. Die riesige Anlage ist mehr oder weniger komplett aus rotem Sandstein erbaut und beinhaltet eine Menge von Palaeste, Moscheen, riesige Gartenanlagen und was man als Mogul-Herrscher halt sonst noch so brauchte... Und so als i-Tuepfelchen hat man einen wunderschoenen Blick aufs Taj Mahal am anderen Flussufer! Den Taj besichtigen wir am naechsten Tag. Schon fruehmorgens gehts aus den Federn, damit wir bei Sonnenaufgang die Farbaenderungen im weissen Mamor des Taj sehen und festhalten koennen.


Ich fuer meinen Teil bin allerdings ein bisschen enttaeuscht, vielleicht hab ich mir zu viel vorgestellt. Aber die Symmetrie und der blanke weisse Mamor den alle so schoen und aesthetisch finden machen den Taj in meinen Augen ein wenig langweilig, zu glatt. Tja, jedem Tierchen... Trotzdem ist Agra die Reise wert gewesen, auch wenn es hier wieder mal Abschied nehmen heisst von Claire und Eric, die zunaechst nach Varanasi und von da aus nach Nepal weiterreisen. Carsten und ich fahren Sonntag nach Delhi und machen die Stadt nochmal ein bisschen unsicher. Ich schick euch Sonne nach Deutschland, fuehlt euch gedrueckt! *

22.2.09 16:11

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