Ankunft in Chile

In Santiago am Flughafen werde ich von Annette (meiner Lieblingsschwägerin) und ihren Eltern - Renate und Wolfgang - herzlich in Empfang genommen. Endlich wieder Familie, herrlich!! Gemeinsam fahren wir mit dem Taxi in Johannes (mein Bruder) und Annettes Wohnung in Santiago, laden unser Gepäck ab und zeihen direkt los in die Stadt. Annettes Eltern sind zwar schon seit fast drei Wochen hier, aber haben Santiago selber noch so gut wie gar nicht gesehen. Und so machen wir uns gemeinsam auf den Weg zum Cerro San Cristóbal und der Statue der Vírgen auf dessen Gipfel. Mit einer uralten Seilbahn lassen wir uns bis zur Basisstation der Freiluftkirche fahren und stärken uns vor dem Aufstieg mit einem Mote con Huesillos, einem typischen chilenischen Gebräu. Danach erklimmen wir dann die letzten Meter zu Fuss zur Marienstatue. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt. Leider verstecken sich die Berge, die Santiago umrahmen in einer Smogwolke, so dass man die schneebedeckten Gipfel und majestätischen Felswände nur erahnen kann. Aber für einen ersten Eindruck und eine erste Orientierung hervorragend. Eigentlich sollte es jetzt mit der Zahnradbahn wieder bergab ins Barrio Bellavista gehen, aber da die kaputt ist müssen wir laufen - nach 16 Stunden Flug für meinen Geschmack genau das richtige! Unten angekommen gibts zur Belohnung auch erstmal ein Empanada rellena con marisco und ein napolitana - gefüllte Teigtaschen, eins mit Meeresfrüchten und eines mit Schinken und Käse. Auch ziemlich chilenisch! Das Barrio Bellavista ist das Künstlerviertel Santiagos mit vielen Läden, Bars und Restaurants. Und so streifen wir eine Weile durch die Straßen, vorbei an Lapislazuli-Werkstätten und anderen Kunsthandwerksläden und in einem der schönen Innenhöfe gibts dann auch einen Aperitif. Den eigentlichen Aperitif gibts aber dann später im Restaurant Como Agua Para Chocolate - einen Pisco Sour, das chilenische Nationalgetränk schlechthin! Und dazu Ceviche - sauer eingelegter roher Fisch - und ein herrliches Fischgericht zur Hauptspeise, so dass ich vollgefuttert und erschlagen vom Jetlag bereits im Taxi nach Hause einschlafe... Tag zwei in Santiago beginnt mit einem Ausflug zur alten Wohnung meines Bruder und seiner Frau und einem guten vollwert bio-öko Frühstück im Chakra. So gestärkt erkunden wir dann das Viertel rund um Tobalaba, wo die großen Hochhäuser stehen, die Banken und Firmensitze sind. Und obwohl mitten in der Stadt und an einer der Hauptverkehrswege der Stadt ist es erstaunlich ruhig und gelassen hier. Schön! Dann fahren wir mit der Metro zum Cerro Santa Lucía, direkt an der Alameda, der Schlagader Santiagos. Kurzer Ausflug auf den Gipfel und dann weiter Richtung Zentrum. Annette führt uns zur Moneda, dem Plaza de Armas, vorbei an der Börse und zum Mercado Central, wo es vor allem Fisch zu kaufen gibt und auch zu essen. So nehmen wir auch dort im Dondo Augusto unser Mittagessen ein - Congrio con Salsa de Marisco, unfassbar gut!!! Wiedermal vollgefuttert besuchen wir noch das Museo Precolombino bevor wir mit dem Taxi rausfahren zum Pueblo Los Dominicos, einem alten Dominikaner Kloster, das jetzt ein Kunsthandwerksdorf beherbergt. Hier gibts alles, was Chile an typischem Handwerk zu bieten hat - Schmuck, Teppiche, Musikinstrumente, Shcnitzereien, Töpferarbeiten und und und... Man kann gar nicht so viel aufnehmen, wie hier zu sehen ist. Und trotzdem finde ich hier endlich einen passenden Ring zu meinem Lapislazuli-Armband, dass mir mein Vater vor ein paar Jahren aus Indien mitgebracht hat! Dann gehts mit Umweg über den Supermarkt zurück nach Hause, kurz ausruhen, umziehen und dann in Vacas Gordas, wo ich das beste Steak meines Lebens bekomme!!! Hab nur ich das Gefühl oder sind wir wirklich ständig am Essen?! Tag drei ist reserviert für einen Ausflug raus aus der Stadt und zwar nach Valparaíso und Viña del Mar, zwei Städte an der Pazifikküste. Valparaíso erinnert mich sehr an Indien. Viele kleine bunte Häuser drängen sich auf engem Raum zusammen, streunende Hunde und ihre Hinterlassenschaften überall, nur weniger Verkehr, viel weniger Menschen und viel viel kälter! Aber mir gefällt es, wie wir durch die Gassen ziehen, die steilen Straßen nach oben schnaufen und mit herrlichem Ausblick über die Stadt belohnt werden! Und noch mehr Belohnung ist es dann mit einem der altertümlichen Seilbahn-Aufzüge auf einen der Hügel hochzufahren und dort in der Sonne (die dann endlich mal rausschaut) Pastél de Jaiba (Riesenkrebsauflauf) zu essen! Viña del Mar dagegen gefällt mir nicht wirklich. Bettenburgen direkt hinterm Strand sind einfach nicht meine Vorstellung von einem schönen Urlausort... Aber jedem so, wies ihm gefällt, richtig?! Dann gehts zurück nach Santiago und zu einem Kunsthandwerksmarkt in der Stadt und dann nach Hause, ausruhen, umziehen und weiterfahren. Heute wird im El Otro Sitio, einem peruanischen Restaurant gespeist und als Überraschungsgast taucht mein Bruder plötzlich auf - ich war natürlich eingeweiht, aber Annettes Eltern nicht Außerdem leistet Claudia, eine Freundin von Annette und Johannes uns Gesellschaft. So haben wir bei Pisco Sour und leckerm Fisch wieder einmal einen wunderschönen Abend! Der letzte Tag in Santiago ist der Abreisetag von Wolfgang und Renate. Aber bevor es zum Flughafen geht ist noch ein bisschen Zeit und wir schauen uns noch im Barrio Paris y Londrés um, frühstücken in aller Ruhe und fahren zu guter Letzt zum Parque Arauco - einer riesigen Mall, wo wir uns die Zeit mit der Suche nach den letzten Mitbringseln, Musik und vielem mehr noch vertreiben. Mittagessen gibts beim Asia Bistro. Aber dann gehts zum Flughafen, Abschied nehmen. Für Wolfgang und Renate gehts zurück nach Deutschland und für den Rest, also Johannes, Annette und mich gehts auf die Baustelle. Bin schon ziemlich gespannt, was mich da oben so erwartet... So long, take care, besitos.

20.4.09 19:24

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


gwen (22.4.09 19:31)
Wirklich, vacas gordas? fette kühe? lustich!
:-*
g

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