La Obra - Baustellenleben

Die Baustelle. Mein erster Eindruck - warum gibts keine bessere Strasse hier her und zum Glück ist es schon dunkel, dass ich den Abhang links von mir nicht so genau sehe.

Die Fahrt von Santiago in die Berge ist mühsam. Bis San Fernando auf der Autobahn und dann ueber di offizielle Passstrasse nach Argentinien in di Berge rauf. Und diese Strasse ist genau für ein Auto gedacht. Rechts gehts die glatte Felswand rauf, links runter, weit runter. Aber dank Annettes gekonntem Ralleyfahrstil errichen wir sicher die Baustelle und die Cabaña.

Aber erst am Samstag Morgen bekomme ich einen richtigen Eindruck von der Baustelle. Am Zusammenfluss von Tinguiririca und Portillo lieget das Camp wie ein kleines Feriendorf mitten in den chilenischen Anden. Wunderschoen erheben sich die Berge ringsrum. Und dass hier gearbeitet wird verraten nur die grossen Kraene und die umhersausenden Baustellenfahrzeuge.

Johannes nimmt mich gleich nach dem Frühstueck mit auf eine Baustellentour. Mit Helm, Gummistiefeln und Rettungsgurt ausgeruestet gehts los. Er erklaert mir Einiges ueber den theoretischen Hintergrund seines Tunnels und was er grade so macht bevor wir zum Powerhaus fahren. Da Wochenende ist ist wenig los, so dass wir mehr oder weniger alleine herumstiefeln koennen. Auch den aktuellen Tunnel zeigt er mir und ich darf hier sogar eine Sprengung machen - hört sich lustiger an als es ist, oder wie würdet ihr uch fuehlen, wenn man euch sagt "jetzt reichet der kleinste Funke und alles geht hoch" und euch dann mit zwei Chilenen alleine laesst, die sich erstmal eine Kippe anstecken?! Ja, niiiiicht lustig! Aber natürlich geht alles gut und ich kann von draussen ganz bequem den Rums hören, den meine Sprengung macht

Den Nachmittag verbring ich dann ganz gemuetlich mit Annette, wasche endlich mal meine Klamotten und geniesse Familienleben.

Sonntags geh ich mit Annette, da Jo arbeiten muss, zum Reiten. In gestrecktem Gallopp ueber die Baustellenstrassen, gemuetlich trottend den Portillo entlang und waghalsig kleine Pfade in die Berge hoch. Wir haben einen riseen Spass, auch wenn uns anschliessend alles wehtut

Nachmittags gibts mein erstes offizielles chilenisches Asado - Angrillen in den anden, hat auch nicht jeder. Da es aber abends schon bald recht frisch wird und ich am rumkränkeln bin gehts auch früh ins Bett.

 

 

Ab Montag kehrt dann Alltag auf der Baustelle ein. Das heisst, Johannes geht früh zur Arbeit. Annette zum Sport und ich nutze die Zeit um meine Flüge umzubuchen. Dann kochen Annette und ich, backen und waschen (echte Hausfrauen halt) und warten auf Johannes, bis er zum Mittagessen heimkommt. Und Nachmittags spielen wir mit den zahlreichen Kindern der Nachbarn und plauschen mit den dazugehoerigen Muettern.

 

Eigentlich wollten Annette und ich mal die ein oder andere Wanderung machen, aber ich hab mir - wiedermal - eine dicke Sinusitis und Bronchitis eingefangen, die mich richtiggehend ausknocked. So verbring ich meine Tage hier oben recht ruhig, versuche mich zu erholen und geniesse vor allem Familie um mich zu haben!

 


Da Annette ihren neuen Pass bei der Botschaft in Santiago holen muss fahren wir zusammen mit Lorena und ihrem Sohn Lars schon donnerstags zurueck nach Santiago. Johannes kommt freitags nach und nach inem Shoppingmarathon Freitag und Samstag sind wir abends bei Claudia und Carsten oder vielmehr bei ihrem Sohn Tobias zum 1. Geburtstag eingladen. Echt chilenisch ist das eine riesen Feier, mit Salsa und Asado.

 

Ein toller Abend und gleichzeitig kommt ein bisschen Wehmut auf, denn hier wäre ich gerne noch etwas länger geblieben. Zum ersten Mal auf meiner Reise hätte ich gerne jemanden, der mit mir kommt. Hape Kerkeling hat in seinem Pilgerbuch auch schon gesagt, "erst will man alleine sein, sein eigenes Tempo gehen. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man nicht mehr alleine sein will, an dem man gerne jemanden hätte zum unterhalten und zum Eindrücke teilen."

Na ja, Sonntag gehts jetzt erstmal nach Argntinien, Mendoza um genau zu sein und in zwei Wochen treff ich Jo und Annette gemeinsam mit Claudia und Carsten in Buenos Aires wieder. Und bis dahin gibts eben noch ein paar Allein-Abenteuer.

Hasta pronto, besitos y abrazos...

28.4.09 18:16

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