Machu Picchu

Zeitig machen wir uns per Minibus auf den Weg zu unserer ersten Etappe. Zeitig heisst natuerlich mit einer Stund Verspaetung, aber immerhin. Ueber Ollantaytambo gehts auf den Pass nach Abra Malaga, wo wir unsere Mountainbikes besteigen - ja, die erste Etappe ist naemlich Downhill Biken!!! Das meiste auf geteerter Strasse, also kein Grund zur Panik. Auf 4350 m gehts los Richtung Tal, die Aussicht ist grossartig und wir haben einen riesen Spass. Leider sind die Raeder nicht so richtig gut, so dass es den eine oder anderen Sturz gibt, aber wir lassen uns die Laune davon nicht vermiesen! Bis auf 1250 m gehts runter, 5 Stunden lang. Das letzte Stueck ist auch noch Schotterpiste, was noch mehr Spass macht, aber noch mehr Stuerze verursacht. Bisnach Huamanmarca fahren wir und von da aus bringt uns der Bus nach Sanata Maria, unserer ersten Station fuer die Nacht. Das Hostel ist zum Glueck sauber, obwohl es nur kaltes Wasser in der Dusche gibt.

Fuer Tag zwei steht Wandern auf dem Programm. Und zwar Wandern auf einem Teil des beruehmten Camino de Inka. Das erste Teilstueck geht noch gemuetlich auf breiter ebener Strasse. Dann aber der Einstieg in den Camino. Schon der ist happig, steil und schmal windet sich der Pfad den Hang hinauf, die Sonne scheint ohne Erbarmen auf unsere ohnehin schon durchgeschwitzten Shirts. Stueck fuer Stueck arbeiten wir uns nach oben vor. Auf etwa halber Hoehe gibts eine kleine Verschnaufspause und eine kleine Staerkung bevor es weiter geht. Das zweite Stueck ist aber nicht mehr so schlimm. Nur noch ein kurzes Stueck geht es richtig steil nach oben, bevor wir aus dem Wald raus auf einen herrlichen Panoramaweg stossen, der uns einen wunderschoenen Blick ueber das ganze Tal und auf die schneebedeckten Gipfel des Nevado Veronica und des Nevado Tiriyway gibt. Von hier aus geht es nur noch bergab bis zu einem kleinen Restaurant am Ufer des Urubamba. Hier gibst Mittagessen und Mittagschlaf bevor es weiter entlang des Flusses bis zu den heissen Quellen nahe Santa Teresa geht. Da waschen wir uns dann ersmal den Staub und den Schweiss ab und geniessen das Gefuehl sauber zu sein! Mit dem Minibus werden wir dann das letzte Stueck nach Santa Teresa gefahren, wo wir Abendessen und unsere BEtten kriegen. Willkommen suesser Schlaf...

Tag drei beginnt mit einer Busfahrt zur sogennanten Hidroelectrica, von wo aus wir entlang der Bahntrasse nach Aquas Calientes laufen. Die Strecke ist einfach, aber man muss sich ziemlich konzentrieren. Aber trotzdem bleibt manchmal noch Zeit fuer einen Blick auf die schoene Umgebung.

In Aguas Calientes alias Machu Picchu Pueblo lassen wir unser Gepaeck im Hostel, essen zu Mittag und machen uns an die Besteigung des Putucusi, einem Berg gegenueber von Machu Picchu. Das wird zu einer groesseren Herausforderung als gedacht, da wir 700 Höhenmeter zu überwinden haben nur mit Hilfe von Leitern und Treppen. Und die sind ziemlich steil!! Ich bin fix und fertig und völlig durchgeschwitzt, als ich oben ankomme, aber dank des phänomenalen Ausblicks erhole ich mich doch ziemlich schnell wieder. Machu Picchu liegt nämlich wie ausgebreitet auf dem Gegenhang und ist in der Abendsonne schön anzuschaun. Lange Zeit bleibt uns leider nicht da oben, da keiner Lust hat im dunkeln die rutschigen Leitern 20m in die Tiefe abzusteigen. Wieder in Aquas Calientes gibts erstmal eine Dusche und dann ein herrliches Feierabendbier und ein zünftiges Skatspiel mit Tim und Chris. Lange haelt sich heute abend aber keiner auf, da es morgen früh sehr früh losgeht.

Bereits um vier Uhr treffen wir uns mit den Guides, die uns unser Frühstückspacket austeilen und dann geht der Stress richtig los. Eigentlich war mit der Agentur vereinbart, dass wir bis 17 Uhr auf Machu Picchu bleiben können und dann um 17.30 Uhr mit dem Zug nach Cuzco fahren. Irgendwie hat das aber scheinbar nicht geklappt, so dass wir auf den Zug um 14:30 gebucht wurden. Nach einigem Gezeter verbleiben wir mit Juan so, dass er versucht die Tickets zu tauschen und wir ihn später anrufen. Und so, mit einiger Wut im Bauch machen wir uns an den Aufstieg. Wieder heisst es Treppen steigen - wenns nur nicht so gut für die Figur wär...

Eine Stunde lang gehts aufwärts, immer eine Stufe nach der anderen. Und wieder mal bin ich klatschnass, als ich oben ankomme - ich galube, das hab ich geerbt Dann gibts erstmal Frühstück bis die Tore zu Machu Picchu geöfnet werden. Alle, die schon oben sind stürmen ans andere Ende der Ruinenstadt um sich einen Zugang zum Wayna Picchu Berg zu sichern, auf den täglich nur 200 Personen rauf dürfen. Dann schauen wir uns noch ein bisschen auf eigene Faust um, bevor wir zu einer zweistündigen geführten Tour aufbrechen, die sich wirklich lohnt!

Gegen zehn sind damit fertig und rufen Juan wegen der Tickets an. Leider hat sich nichts geändert, so dass wir jetzt schon um eins wieder absteigen müssen. Das bedeutet für uns Auswählen, was wri machen wollen, denn die Zeit reicht nicht um alles zu sehen. Criss, Tim und Ich entscheiden uns für Wayna Pichu, die anderen für die Incabrücke. Und so ziehen wir zu dritt los. Da uns die Zeit im Nacken sitzt überwinden wir die 300 Höhenmeter auf Stufen in der Hälfte der sonst üblichen Zeit - das T-Shirt wird langsam nicht mehr trocken - aber wieder, der Ausblick entschädigt. Und während wir da oben so rumturnen merken wir kaum, wie die Zeit vergeht. Und so ist es bereits zwölf, als wir wieder unten in der Stadt ankommen. Somit reicht die Zeit nicht aus um noch mehr von Machu Picchu zu sehen, nur noch fürs Postkartenfoto reicht es noch vom obersten Punkt der Stadt.

Punkt eins machen wir uns an den Abstieg, vorher noch schön Pass stempeln lassenn Der Abstieg ist anstrengender und länger als gedacht, aber wir sind punkt zwei am Treffpunkt. Nur leider ist Juan nicht da, nur unsere Tickets, auf denen steht, sie haben soeben ihren Zug verpasst. Die Pappnase von Guide hat uns nämlich die falsche Uhrzeit genannt und wir stehen jetzt doof da. Also wir schnell zum Bahnhof, vielleicht geht ja noch was, aber nein. Zug weg. Und jetzt? Tickets umbuchen! Das geht? Ja, offenbar schon, wenn mal denn will! Kostet allerdings ziemlich viel. Und so kaufen wir uns neue Tickets bzw. buchen unsere Tickets um für den Zug um 17 Uhr - grrrrrrrrrrrrrrrr.

Die Zeit überbrücken wir mit Pizza und Pisco und versorgen uns noch mit genug Bier um eine lustige Zugfahrt zu haben. Pünktlich bringt uns dieser in eine kleine Stadt in der Nähe von Cuzco, von wo aus wir mit dem Taxi zurück ins Hostel fahren. Und nach eine Grundreinigung und frischer Wäsche geniessen wir noch gemeinsam ein gutes Feierabendbier.

Die Agentur allerdings kann sich morgen auf was gefasst machen, das lassen wir so nicht auf uns sitzten!

14.6.09 19:33

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