Hampi - Hyderabad - Orissa

Repariert

Fuer alle meine lieben Feedbacker, das Problem mit weiss auf weiss ist behoben, hat zwar was laenger gedauert, aber ihr koennt ja Snickers essen

Hier alles bene, Vhubaneswar nicht der Renner, morgen erstmal nach Bombay zurueck Papi treffen. Danach gibts dann wieder neues von meinen Abenteuern!!

 Kiss *

5 Kommentare 6.2.09 15:18, kommentieren

Und irgendwann holt es wohl jeden ein...

Orissa, oder vielmehr Puri ist eine konstante Ueberraschung fuer mich. Angekommen wollte ich eingentlich gleich wieder weg. Es war staubig, unglaublich schwuehl und heiss. Der Ort schien nur aus einer ewigen Landstrasse zu bestehen mit ein paar klapprigen Laeden zu beiden Strassenseiten. Unser Hostel war angkuendigt als ehemalige Mahardsha-Residenz, sah aber auf den ersten Blick mehr wie die Dienstbotenunterkunft aus. Und dann meinte der Besitzer noch, wir koennten nur eine Nacht bleiben, nicht wie vereinbart drei.

Dann die Ueberraschung Nummer eins. Die Zimmer sind riesig, die Decken hoch, die Betten bequem und - warmes Wasser und guter Wasserdruck in der Dusche! Das Hostel entpuppt sich als coole Backpacker-Bleibe, wo wir ziemlich viele interessante Leute treffen. Eine Schweizerin, die mit ihrem Motorrad seit zwei Jahren unterwegs ist, ein haengengebliebener Australier, der viele Geschichten zu erzaehlen hat, ein paar Voluntaere... Jeder hat seine eigene Story, jeder einen anderen Grund hier zu sein.

Der Strand hier ist leider auch eine Ueberraschung, allerding keine schoene. Im Bereich des Fischerdorfes voller Exkremente - tierischer, sowie menschlicher - im Bereich der Hotels stinkende Abwasserfluesse, und im sauberen Bereich alles voller Inder - was per se ja nicht schlecht ist, aber eben voll!

 


An Tag zwei hier die naechste Ueberraschung. Wir finden heraus, das Puri doch nicht nur die staubige Strass ist. Im Gegenteil, um den riesigen Tempel herum (den wir leider nicht besichtigen duerfen)  ist Puri einen brummenden, lebendige, typisch indische Kleinstadt. Es ist hektisch und doch ruhig, es ist dreckig und chaotisch und doch geordnet. 

Tag drei Ueberraschung Nummer drei. Wir haben eine Tour gebucht zum Chilika-Lake, Indiens groesster Salzwassersee, und was soll ich sagen, ich hab zum ersten Mal in meinem Leben wilde Delphin gesehen - und nein Bruderherz, ich hab keine Beweisfotos, die Dinger sind einfach zu schnell fuer mich...


Aber es ist ein wunderschoener Tag draussen auf dem Wasser, ruhig, kuehl, beschaulich. Und wie es wohl mit dem Ausgeich des Karmas wohl so ist, irgendwann holt es jeden ein. Ich hab so viel tolle Sachen bis hierhin erlebt, soviel Glueck gehabt, dass Shivas Rache auch mich irgendwann ueberkommen musste, tja...

Nach einem Tag Bett und Fieber und BAuchweh bin ich aber wieder fit und wir fahren nach Konark um den Sonnentempel dort anzuschauen. Das hoert sich jetzt weniger interessant an als es war. Denn statt mal wieder irgendein verfallener Tempel ist Konark erstens recht gut erhalten, zweitens eine unvorstellbare Masse an Details in den verzierten Gemaeuern und aussedem der beruehmteste Kamasutratempel in Indien... (ja kleiner Kai, ich hab dir Bilder und Anschuungsmaterial mitgebracht, aber das ist nichts fuer die breite Masse)

Morgen ziehen wir weiter, Bhubaneswar, die Hauptstadt von Orissa ist das Ziel und damit auch unsere erste Safari, mal sehen.

Bis zum naechsten mal, bleibt huebsch ordentlich und fromm und tut nichts, was ich nicht auch tun wuerde

2 Kommentare 4.2.09 13:04, kommentieren

HighTec-City

Hyderabad, auch HighTec-City genannt, unsere naechste Station. Nach langer unbequemer Busfahrt - wenn auch nich so schlimm wie die letzte - kommen wir ziemlich muede und verknittert fruehmorgends an. Mit Sack und Pack und neuer Reisegefaehrtin - Fey aus China - machen wir uns zu Fuss auf den Weg in die Innenstadt und auf die Suche nach einem Hotel. Begleitet werden wir dabei von immer mindestens einem Rickshaw-Fahrer, der hartnaeckig versucht uns in ein bestimmtes Hotel zu bringen. Auch bestimmte Freundlichkeit hilft hier nichts, geschweigen denn Unfreundlichkeit. Hartnaeckiges Ignorieren ist aber ganz schoen anstrengend...

Aber erfolgreich finden wir in Hotel Nummer 127 endlich das letzte freie Zimmer der Stadt und einigermassen erschoepft sinken wir in die Betten. Nach einer erfrischenden Dusche aus drei Wasserstrahlen gehts uns aber allen deutlich besser und Carsten und ich wackeln aum Bahnhof um unsere Zugtickets zu buchen. Ich weiss nicht, ob ich das schonmal erzaehlt hab, aber Zugtickets in Indien zu buchenist nicht ganz einfach: Zuerst muss man immer erstmal ein Formblatt ausfuellen. Wer will von wo nach wo und wann und in welcher Klasse und und und. Dann muss man noch rausfinden, welcher Zug ueberhaupt auf der Strecke fahert. Das ist einigermassen einfach, wenn man von der ersten bist zur letzten Haltestelle will, aber wenn man unterwegs zu- oder aussteigen will, ist das schwieriger. Und Englisch ist hier leider auch nicht immer aussreichend, dass man fragen koennte. Aber wir sind erfolgreich - natuerlich, frei nach dem Motto wo wir sind ist oben

Hyderabad ist eine andere Stadt. Anders als das, was wir bisher gesehen haben. Modern, relativ sauber, relativ unchaotisch. Es gibt hier geschaetzt mehr Muslime als Hindus, so dass man viele Frauen in Burkas sieht.

The bright side for us: Es gibt Basare! Mit jeder Menge Gruschtelkram, aber auch toller Schmuck, hier vor allem Perlen, tolle Stoffe und und und. Es gibt mehr zu sehen, als man vertragen kann!

Ausserdem gibt es viele Moscheen und Hyderabads Wahrzeichen, der Charminar beherbergt eine solche. Das bloede daran ist, dass ich da nicht rein darf, grrrrr.

 

Ein weiteres Erbe der grossen muslimischen Vergangenheit ist das grosse Fort Golcanda und die Graeber oder vielmehr Mausoleen der vergangenen Koenige und Koeniginnen. Eine halbe Ewigkeit kann man in diesen alten Gemaeuern herumkraxeln - oder auch die Treppe nehemn, pfui wie konventionell - und in der Vergangenheit stoebern. Oder einfach nur im Schatten der alten Gemaeuer ein kleines Weilchen sitzen und die Seele baumeln lassen.

 

Das zweite, was ich an Hyderabad so mag sind die Leute hier! Nicht unbedingt die, fuer die wir eine Attraktion darstellen, die unbedingt ein Foto von oder mit uns, gefragt oder ungefragt wollen,


sondern die, die uns den Weg weisen, ohne Bakshish zu verlangen, die, die sich mit uns unterhalten wollen, einfach aus Interesse oder uns willkommen heissen in ihrem Land. So zum Beispiel Mahendar und Madhuri, ein indisches Nicht-Paerchen-Paerchen, die sich nach einer kurzen Unterhaltung beriet erklaeren und einen der schoensten Tempel der Stadt zu zeigen. Sie erklaeren uns viel ueber indische Kultur und Religion, auch wenn wir natuerlich nur die Haelfte davon verstehen, und als Bonus sozusagen bekommen wir noch einen herrlichen Ueberblick ueber die ganze Stadt. Und ich kaufe endlich meine ersten indischen Accessoires und Kleider - lasst euch ueberraschen... Als naechstes gehts mal an die Ostkueste, in den Bundesstaat Orissa. 24h Zugfahren, nette Leute treffen


und endlich mal wieder ein richtig cooles Hostel. Davon beim naechstenmal mehr. Kiss Kiss

1 Kommentar 1.2.09 12:35, kommentieren

Welcome to the jungle

Ankommen in Hampi, das ist ein bisschen wie ankommen in Disneys Dschungelbuch ( immerhin wird Hampi auch die Affenstadt genant).


Oder auf einem arabischen Bazar, ich bin mir nicht sicher.

Hampi, das ist eigentlich eine alte Tempelstadt mitten im Dschungel, mit einigen Haeusern um den Haupttempel herum gruppiert. Auf der einzigen Strasse die zu den Hausern und zum Tempel fuehrt geht es zu wie im Taubenschlag. Unbehelligt da hindurch kommt niemand, schon gar nicht mit Rucksaecken und auf der Suche nach einer Unterkunft. Links und rechts ist die Strasse gesaeumt mit Staenden, die hauptsaechlich Touristensachen - Hippiekleider, Schmuck etc. - und Essen verkaufen. Auf der Strasse will einem jeder zweite irgendetwas anderes verkaufen, Postkarten, Karten der Tempelanlage, den Weg zum besten Hostel der Stadt. Die andere Haelfte, die einen in Ruhe laesst sind Touristen. Noch nie hab ich eine Stadt in Indien so voller Touristen gesehen - sowohl auslaendische als auch indische!

Dank unseres Lonely Planet finden wir unser Hostel ganz ohne fremde Hilfe, einfache Zimmer, Gemeinschaftsdusche und -klo - laesst ein bisschen Campinggefuehl aufkommen, herrlich! Das Schoenste ist aber der Innenhof um den sich die Zimmer rum gruppieren. Eine Hollywoodschaukel unter dem Baum, eine grosse Dachterasse und unglaublich viel Ruhe!

Die Tage in Hampi sind angefuellt mit Tempel-Sightseeing, viel Schwitzen und immer wieder Auszeitmomenten mit Chai oder Pineapple-Juice. Trotz der grossen Touristenmenge ergeben sich immer wieder interessant Gespraeche mit Inder, leider auch manche unschoene Erlebnisse mit aufdringlichen Leuten.

Auch meine erste aerztliche Konsultation bring ich hier hinter mich

Insgesammt ist Hampi ein schoener und interessanter Ort um ein bisschen Zeit zu vertroedeln, zu lesen, zu zeichnen und einfach die Seele baumeln zu lassen.

Um aber wieder ein bisschen mehr Action in die Reisetage zu bringen fahren wir heute abend nach Hyderabad, die zweitgroesste Cybercity in Indien, nach Bangalore. Allerdings mit mehr Geschichte zum anschauen und erleben. Und wieder fahren wir mit dem Bus, allerdings diesmal kein State Bus sonder ein Private Bus.

Bis zum naechsten mal fuehlt euch alle gedrueckt, fuellt endlich mal mein Gaestebuch und denkt ab und an an mich

**

Und sein Ganesh mit euch


2 Kommentare 27.1.09 08:12, kommentieren

Surprisingly still alive

Ja die Busfahrt nach Hampi. Das war so ne Sache. Da haben ganz viele Sachen neue Dimensionen erhalten.

Bequem zum Beispiel. Wenn man elf Stunden auf einem plastikueberzogenen Holzsitz zubringt, die Knie kaum im Fussraum unterbiringt, der eingeengt ist von Eisenstangen und den Hals in staendiger Ueberstreckung in der Hoffnung ihn irgendwo anzulehnen, ja da denkt man an so manche harte Schlafunterlage oder unbequemen Gartenstuhl sehnsuechtig zurueck!

Befahrbare Strasse, das Wort erhaelt auch eine Bedeutungserweiterung. Schlagloecher sind ja das eine, aber wenn man sich Schalgloecher zureuckwuenscht, weil der alte klapprige Bus mit Vollgas ueber unbefestigte Schotterstrasse faehrt, umgeben von einer Triade an ebenso klapprigen LKWs zu allen Seiten, die kaum nebeneinander auf die Strasse passen, und das natruerlich mitten im Nirgendwo umgeben von Baeumen, dann hat man schon mal Angst um das eigene Leben. Auch wenn ja offensichtlich so selten was passiert, dass alle Inder um uns rum friedlich schlafen. Strasse kann also auch Trampelpfad sein...

Aber um die Brightside of Life hier mal wieder einzurbringen, auf deiser Busfahrt hatten wir eine der nettsesten Unterhaltungen mit einer indischen Familie. Das die Inder fotogeil sind, das wusste ich vorher schon, und das sie neugierig sein koennen auch. Aber das war lustig. Es faengt an mit so einfachen Fragen wie Where do you come from? oder Whats your name? aber diesmal gings weiter, so dass auch die Familie anfing von sich zu erzaehlen. Da kann man dann auch schonmal die ein oder andere nuetzliche Information rausholen *hihi*

Nein, alles in allem war die Busfahrt unglaublich anstrengend, unbequem und nicht unbedingt wiederholenswert, aber dafuer hat sie uns guenstig von A nach B gebracht!

Und B, das ist Hampi, dazu mehr beim naechsten mal.

Kiss *

1 Kommentar 27.1.09 08:10, kommentieren