Chile

San Pedro

Von Salta aus geht es weiter nach San Pedro de Atacama, Chile. Obwohl ich ziemlich müde bin, hält mich die Landschaft gefangen. Entlang der Präcordilleren geht es nach Norden Richtung Jujui. Die Berge sind hier bewaldet, teilweise herbstlich gefärbt mit rotblühenden Bäumen dazwischen.

Karge, steinige und trockene Flusstäler unterbrechen die Hänge. Je weiter nach Norden und je weiter in die Cordilleren es geht, desto karger wird die Landschaft. Doch dank des vulkanischen Ursprungs dieses Gebiet ist es auch hier alles andere als langweilig. Von Tal zu Tal ändert sich die Farbe des Gesteins, die Form und Grösse der Berge.

Kakteen vervollständigen hier mal wieder das Bild wilder Schönheit.
Langsam geht die Fahrt Richtung Chile in die BErge hinauf. Der argentinische Grenzposten liegt auf etwa 4.200 m und ich bin ziemlich froh meine Sinusitis loszusein. Die Einwanderung nach Chile findet erst kurz vor San Pedro statt, "nur" noch 3.200 m - Kinderkram
In San Pedro begebe ich mich schnurstracks ins Hostal Eden Atacameño, wo ich mit Tim, einer der besten Freunde von Cousin Tobi verabredet bin. Der hat mir netterweise da schon ein Bett organisiert und nimmt mich auch gleich mit auf einen Rundgang durch die Stadt - na ja, Stadt ist vielleicht übertrieben. Jedenfalls nett, wir verstehen uns prima. Leider hat Tim schon für den nächsten Tag seine Abreise geplant... Da ich ja aber erst angekommen bin will ich aber natürlich auch was von San Pedro haben und buche eine Exkursion zu den Lagunas Altiplanicos für den nächsten Tag.
Der Ausflug zu den Lagunen startet früh. Die Gruppe ist, tja wie soll ich sagen, nicht ganz meine Altersgruppe, aber ich senke ja gerne den Altersschnitt um 20 Jahre
Mit Betty, unserer französischstämmigen, spanisch und englisch brabbelnden Führerin hab ich mächtig Spass, besonders, da ich die Tour für die deutsche Fraktion schön fleissig übersetze.
Die Tour führt uns durch Toconao mit seiner Süsswasseroase mitten in der Atacamawüste,


zum Salzsee Atacama, der Flamingos beherbergt,


zu den Lagunas Miscanti und Miñiques auf etwa 4200 m zu Fusse der gleichnamigen Vulkane


und nach Socaire, einem kleinen Dorf bei San Pedro. Die Landschaft auf der Tour ist mal wieder unfassbar schön und ich bin trotz nicht optimaler Gruppenbedingungen restlos zufrieden.
Zurück in San Pedro organisiere ich meine nächste Tour. Drei Tag von San Pedro nach Uyuni in Bolivien mit Jeep durch die Anden...

2 Kommentare 22.5.09 04:22, kommentieren

La Obra - Baustellenleben

Die Baustelle. Mein erster Eindruck - warum gibts keine bessere Strasse hier her und zum Glück ist es schon dunkel, dass ich den Abhang links von mir nicht so genau sehe.

Die Fahrt von Santiago in die Berge ist mühsam. Bis San Fernando auf der Autobahn und dann ueber di offizielle Passstrasse nach Argentinien in di Berge rauf. Und diese Strasse ist genau für ein Auto gedacht. Rechts gehts die glatte Felswand rauf, links runter, weit runter. Aber dank Annettes gekonntem Ralleyfahrstil errichen wir sicher die Baustelle und die Cabaña.

Aber erst am Samstag Morgen bekomme ich einen richtigen Eindruck von der Baustelle. Am Zusammenfluss von Tinguiririca und Portillo lieget das Camp wie ein kleines Feriendorf mitten in den chilenischen Anden. Wunderschoen erheben sich die Berge ringsrum. Und dass hier gearbeitet wird verraten nur die grossen Kraene und die umhersausenden Baustellenfahrzeuge.

Johannes nimmt mich gleich nach dem Frühstueck mit auf eine Baustellentour. Mit Helm, Gummistiefeln und Rettungsgurt ausgeruestet gehts los. Er erklaert mir Einiges ueber den theoretischen Hintergrund seines Tunnels und was er grade so macht bevor wir zum Powerhaus fahren. Da Wochenende ist ist wenig los, so dass wir mehr oder weniger alleine herumstiefeln koennen. Auch den aktuellen Tunnel zeigt er mir und ich darf hier sogar eine Sprengung machen - hört sich lustiger an als es ist, oder wie würdet ihr uch fuehlen, wenn man euch sagt "jetzt reichet der kleinste Funke und alles geht hoch" und euch dann mit zwei Chilenen alleine laesst, die sich erstmal eine Kippe anstecken?! Ja, niiiiicht lustig! Aber natürlich geht alles gut und ich kann von draussen ganz bequem den Rums hören, den meine Sprengung macht

Den Nachmittag verbring ich dann ganz gemuetlich mit Annette, wasche endlich mal meine Klamotten und geniesse Familienleben.

Sonntags geh ich mit Annette, da Jo arbeiten muss, zum Reiten. In gestrecktem Gallopp ueber die Baustellenstrassen, gemuetlich trottend den Portillo entlang und waghalsig kleine Pfade in die Berge hoch. Wir haben einen riseen Spass, auch wenn uns anschliessend alles wehtut

Nachmittags gibts mein erstes offizielles chilenisches Asado - Angrillen in den anden, hat auch nicht jeder. Da es aber abends schon bald recht frisch wird und ich am rumkränkeln bin gehts auch früh ins Bett.

 

 

Ab Montag kehrt dann Alltag auf der Baustelle ein. Das heisst, Johannes geht früh zur Arbeit. Annette zum Sport und ich nutze die Zeit um meine Flüge umzubuchen. Dann kochen Annette und ich, backen und waschen (echte Hausfrauen halt) und warten auf Johannes, bis er zum Mittagessen heimkommt. Und Nachmittags spielen wir mit den zahlreichen Kindern der Nachbarn und plauschen mit den dazugehoerigen Muettern.

 

Eigentlich wollten Annette und ich mal die ein oder andere Wanderung machen, aber ich hab mir - wiedermal - eine dicke Sinusitis und Bronchitis eingefangen, die mich richtiggehend ausknocked. So verbring ich meine Tage hier oben recht ruhig, versuche mich zu erholen und geniesse vor allem Familie um mich zu haben!

 


Da Annette ihren neuen Pass bei der Botschaft in Santiago holen muss fahren wir zusammen mit Lorena und ihrem Sohn Lars schon donnerstags zurueck nach Santiago. Johannes kommt freitags nach und nach inem Shoppingmarathon Freitag und Samstag sind wir abends bei Claudia und Carsten oder vielmehr bei ihrem Sohn Tobias zum 1. Geburtstag eingladen. Echt chilenisch ist das eine riesen Feier, mit Salsa und Asado.

 

Ein toller Abend und gleichzeitig kommt ein bisschen Wehmut auf, denn hier wäre ich gerne noch etwas länger geblieben. Zum ersten Mal auf meiner Reise hätte ich gerne jemanden, der mit mir kommt. Hape Kerkeling hat in seinem Pilgerbuch auch schon gesagt, "erst will man alleine sein, sein eigenes Tempo gehen. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man nicht mehr alleine sein will, an dem man gerne jemanden hätte zum unterhalten und zum Eindrücke teilen."

Na ja, Sonntag gehts jetzt erstmal nach Argntinien, Mendoza um genau zu sein und in zwei Wochen treff ich Jo und Annette gemeinsam mit Claudia und Carsten in Buenos Aires wieder. Und bis dahin gibts eben noch ein paar Allein-Abenteuer.

Hasta pronto, besitos y abrazos...

1 Kommentar 28.4.09 18:16, kommentieren

Ankunft in Chile

In Santiago am Flughafen werde ich von Annette (meiner Lieblingsschwägerin) und ihren Eltern - Renate und Wolfgang - herzlich in Empfang genommen. Endlich wieder Familie, herrlich!! Gemeinsam fahren wir mit dem Taxi in Johannes (mein Bruder) und Annettes Wohnung in Santiago, laden unser Gepäck ab und zeihen direkt los in die Stadt. Annettes Eltern sind zwar schon seit fast drei Wochen hier, aber haben Santiago selber noch so gut wie gar nicht gesehen. Und so machen wir uns gemeinsam auf den Weg zum Cerro San Cristóbal und der Statue der Vírgen auf dessen Gipfel. Mit einer uralten Seilbahn lassen wir uns bis zur Basisstation der Freiluftkirche fahren und stärken uns vor dem Aufstieg mit einem Mote con Huesillos, einem typischen chilenischen Gebräu. Danach erklimmen wir dann die letzten Meter zu Fuss zur Marienstatue. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt. Leider verstecken sich die Berge, die Santiago umrahmen in einer Smogwolke, so dass man die schneebedeckten Gipfel und majestätischen Felswände nur erahnen kann. Aber für einen ersten Eindruck und eine erste Orientierung hervorragend. Eigentlich sollte es jetzt mit der Zahnradbahn wieder bergab ins Barrio Bellavista gehen, aber da die kaputt ist müssen wir laufen - nach 16 Stunden Flug für meinen Geschmack genau das richtige! Unten angekommen gibts zur Belohnung auch erstmal ein Empanada rellena con marisco und ein napolitana - gefüllte Teigtaschen, eins mit Meeresfrüchten und eines mit Schinken und Käse. Auch ziemlich chilenisch! Das Barrio Bellavista ist das Künstlerviertel Santiagos mit vielen Läden, Bars und Restaurants. Und so streifen wir eine Weile durch die Straßen, vorbei an Lapislazuli-Werkstätten und anderen Kunsthandwerksläden und in einem der schönen Innenhöfe gibts dann auch einen Aperitif. Den eigentlichen Aperitif gibts aber dann später im Restaurant Como Agua Para Chocolate - einen Pisco Sour, das chilenische Nationalgetränk schlechthin! Und dazu Ceviche - sauer eingelegter roher Fisch - und ein herrliches Fischgericht zur Hauptspeise, so dass ich vollgefuttert und erschlagen vom Jetlag bereits im Taxi nach Hause einschlafe... Tag zwei in Santiago beginnt mit einem Ausflug zur alten Wohnung meines Bruder und seiner Frau und einem guten vollwert bio-öko Frühstück im Chakra. So gestärkt erkunden wir dann das Viertel rund um Tobalaba, wo die großen Hochhäuser stehen, die Banken und Firmensitze sind. Und obwohl mitten in der Stadt und an einer der Hauptverkehrswege der Stadt ist es erstaunlich ruhig und gelassen hier. Schön! Dann fahren wir mit der Metro zum Cerro Santa Lucía, direkt an der Alameda, der Schlagader Santiagos. Kurzer Ausflug auf den Gipfel und dann weiter Richtung Zentrum. Annette führt uns zur Moneda, dem Plaza de Armas, vorbei an der Börse und zum Mercado Central, wo es vor allem Fisch zu kaufen gibt und auch zu essen. So nehmen wir auch dort im Dondo Augusto unser Mittagessen ein - Congrio con Salsa de Marisco, unfassbar gut!!! Wiedermal vollgefuttert besuchen wir noch das Museo Precolombino bevor wir mit dem Taxi rausfahren zum Pueblo Los Dominicos, einem alten Dominikaner Kloster, das jetzt ein Kunsthandwerksdorf beherbergt. Hier gibts alles, was Chile an typischem Handwerk zu bieten hat - Schmuck, Teppiche, Musikinstrumente, Shcnitzereien, Töpferarbeiten und und und... Man kann gar nicht so viel aufnehmen, wie hier zu sehen ist. Und trotzdem finde ich hier endlich einen passenden Ring zu meinem Lapislazuli-Armband, dass mir mein Vater vor ein paar Jahren aus Indien mitgebracht hat! Dann gehts mit Umweg über den Supermarkt zurück nach Hause, kurz ausruhen, umziehen und dann in Vacas Gordas, wo ich das beste Steak meines Lebens bekomme!!! Hab nur ich das Gefühl oder sind wir wirklich ständig am Essen?! Tag drei ist reserviert für einen Ausflug raus aus der Stadt und zwar nach Valparaíso und Viña del Mar, zwei Städte an der Pazifikküste. Valparaíso erinnert mich sehr an Indien. Viele kleine bunte Häuser drängen sich auf engem Raum zusammen, streunende Hunde und ihre Hinterlassenschaften überall, nur weniger Verkehr, viel weniger Menschen und viel viel kälter! Aber mir gefällt es, wie wir durch die Gassen ziehen, die steilen Straßen nach oben schnaufen und mit herrlichem Ausblick über die Stadt belohnt werden! Und noch mehr Belohnung ist es dann mit einem der altertümlichen Seilbahn-Aufzüge auf einen der Hügel hochzufahren und dort in der Sonne (die dann endlich mal rausschaut) Pastél de Jaiba (Riesenkrebsauflauf) zu essen! Viña del Mar dagegen gefällt mir nicht wirklich. Bettenburgen direkt hinterm Strand sind einfach nicht meine Vorstellung von einem schönen Urlausort... Aber jedem so, wies ihm gefällt, richtig?! Dann gehts zurück nach Santiago und zu einem Kunsthandwerksmarkt in der Stadt und dann nach Hause, ausruhen, umziehen und weiterfahren. Heute wird im El Otro Sitio, einem peruanischen Restaurant gespeist und als Überraschungsgast taucht mein Bruder plötzlich auf - ich war natürlich eingeweiht, aber Annettes Eltern nicht Außerdem leistet Claudia, eine Freundin von Annette und Johannes uns Gesellschaft. So haben wir bei Pisco Sour und leckerm Fisch wieder einmal einen wunderschönen Abend! Der letzte Tag in Santiago ist der Abreisetag von Wolfgang und Renate. Aber bevor es zum Flughafen geht ist noch ein bisschen Zeit und wir schauen uns noch im Barrio Paris y Londrés um, frühstücken in aller Ruhe und fahren zu guter Letzt zum Parque Arauco - einer riesigen Mall, wo wir uns die Zeit mit der Suche nach den letzten Mitbringseln, Musik und vielem mehr noch vertreiben. Mittagessen gibts beim Asia Bistro. Aber dann gehts zum Flughafen, Abschied nehmen. Für Wolfgang und Renate gehts zurück nach Deutschland und für den Rest, also Johannes, Annette und mich gehts auf die Baustelle. Bin schon ziemlich gespannt, was mich da oben so erwartet... So long, take care, besitos.

2 Kommentare 20.4.09 19:24, kommentieren